Enormer Bedarf an Rehabilitation - SPENDENAUFRUF NOTHILFE
News veröffentlicht von : 20.01.2010 12:21
Die in Haiti eingetroffenen Rehabilitations-Experten ermöglichen es Handicap International, die Hilfe für die Verletzten zu intensivieren. Diese Hilfe wird ganz dringend erwartet, denn eine Mehrheit der Verletzten hatten noch keinen Zugang zu Pflege oder zu einem Spital
Pflege für die Verletzten
Seit letztem Samstag konnten die Mitarbeiter von Handicap International mit der Behandlung der Verletzten beginnen. Diese Interventionen konnten diesen Montag dank dem Einsatz von sechs medizinischen Teams, in den am stärksten betroffenen Quartieren von Port-au-Prince, verstärkt werden.
Sofort-Behandlungen werden vor allem zur Stabilisierung der, sich teils in sehr kritischem Zustand befindenden Verletzten, durchgeführt. Die Mehrzahl der Verletzten hatte bisher keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Die mobilen Teams sorgen dafür, dass die Verletzten zu funktionierenden Spitälern gebracht werden, damit die Weiterführung ihrer Behandlung sichergestellt werden kann.
Weil die Strukturen des lokalen Gesundheitssystems nach dem Erdbeben komplett zerstört waren, konnte eine Vielzahl der Verletzten auch eine Woche nach der Katastrophe nicht medizinisch versorgt werden. Deshalb erreichen viele Personen die medizinischen Versorgungsstationen erst wenn ihre meist komplizierten Verletzungen (oft Brüche) schon infiziert sind. Das bedeutet leider, dass aufgrund der lange nicht behandelten und infizierten Verletzungen die Gliedmassen nicht mehr gerettet und deshalb amputiert werden müssen.
Behinderungen vorbeugen
Die Personen, die in einem Spital behandelt wurden, können dort nur so lange wie unbedingt nötig bleiben, weil die Plätze für weitere Verletzte benötigt werden. Sie sehen sich in den meisten Fällen gezwungen, in ihr zerstörtes Heim oder ein provisorisches Zeltlager zurückzukehren, ohne dort die Möglichkeit zu haben, ihre Verletzungen zu pflegen. Die schlechten hygienischen Verhältnisse führen deshalb oft zu weiteren Infektionen.
Handicap International hat deshalb das Ziel, sofort die Weiterführung der Pflege der Verletzten nach den Operationen sicherzustellen. Dabei erklären die Experten den Nächsten der Opfer, wie sie die Verletzten am besten pflegen. Nach einer Amputation muss man zusätzlich darauf achten, dass die Gelenke der amputierten Gliedmasse beweglich bleiben und die Wunde gut vernarbt, damit später Prothesen benützt werden können.
Dies sind die Prioritäten der ersten Teams, die bereits vor Ort tätig sind. Sie werden heute Mittwoch durch ein weiteres Team von Rehabilitations-Spezialisten verstärkt, das sofort mit der Arbeit beginnt. Sie werden in drei Spitälern in Port-au-Prince eingesetzt.
Provisorische Gehhilfen
Kurzfristig stellt Handicap International den Personen, die eine Amputation hinter sich haben, provisorische Gehhilfen zur Verfügung. Angesicht des Ausmasses der Katastrophe, die Haiti getroffen hat und des Zerfalls der medizinischen Strukturen, konnten die Verletzten nicht schnell genug behandelt werden, wahrscheinlich müssen mehrere Hundert Personen amputiert werden.
In einer ersten zweitägige Evaluation hat unser Team bereits 150 Amputationen in den Spitälern identifiziert und das obwohl die Mehrzahl der Verletzten noch nicht behandelt wurde. Man spricht aktuell von wahrscheinlich mehr als 400 Personen, die amputiert werden müssen.
Langfristig stellt Handicap International die Betreuung der Verletzten, von der Entlassung aus dem Spital, über provisorische Prothesen bis zur definitiven Lösung und der Rehabilitation, sicher.
Handicap International / Notfall Haiti
PC 12-484-4
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