UPDATE - Enormer Bedarf an Rehabilitation - SPENDENAUFRUF NOTHILFE
News veröffentlicht von : 21.01.2010 09:02
NOTHILFE VON HANDICAP INTERNATIONAL IN HAITI :
RIESIGER BEDARF AN REHABILITATION UND GEHHILFEN
RIESIGER BEDARF AN REHABILITATION UND GEHHILFEN
Last Minute Information: Im Anschluss an ein erneutes Erdbeben der Stärke 6.3, das heute um 12.30 Uhr (Schweizer Zeit) Haiti erschüttert hat, bestätigt Handicap International, dass sein Team vor Ort unversehrt ist und dass die Nothilfe fortgesetzt werden kann.
Genf, Mittwoch 20. Januar 2010. Obwohl Zehntausende von Verletzten immer noch keine ärztliche Pflege erhalten haben und erst vor wenigen Stunden ein weiteres Erdbeben Haiti getroffen hat, konnte das Team von Handicap International bereits Hunderte von Amputationen identifizieren, die bereits stattgefunden haben oder geplant sind.
Eine Woche nach dem grossen Erdbeben, sind in Port-au-Prince lediglich 12 Spitäler in der Lage, Patienten aufzunehmen. Sie sind völlig überbelastet. Die Vereinten Nationen haben am Montag, 18. Januar die Zahl der Verletzten auf 250'000 geschätzt. Um möglichst viele Menschenleben zu retten, werden die Verletzten schnellstens aus den Spitälern entlassen. Die Konsequenzen für all jene, die zu spät ärztliche Hilfe erhalten, sind tragisch, aber auch für jene, die zu früh aus dem Spital entlassen werden.
In dieser kriegsähnlichen Situation verlassen die Patienten das Spital, ohne medizinische Nachbetreuung, nachoperative Pflege oder Rehabilitation zu erhalten. Sie sehen sich gezwungen, auf die Strasse oder in notdürftige Unterkünfte zurückzukehren. Dort führen die katastrophalen hygienischen Bedingungen oft zu weiteren Infektionen.
Seit letztem Samstag hat das Team von Handicap International allein in der Hauptstadt mehr als 400 Amputationen identifiziert. Die zusätzlichen, von Handicap International zur Verstärkung aufgebotenen Rehabilitationsexperten aus Kanada und den USA, die von der Dominikanischen Republik aus nach Port-au-Prince gereist sind, haben in der dominikanischen Hauptstadt ca. 20 amputierte Flüchtlinge aus Haiti gezählt. Diese Zahlen werden sicherlich rasch ansteigen. Im Augenblick ist noch nicht bekannt, wie viele Menschen als Folge von Wirbelsäulenschäden gelähmt sind.
„Es ist äusserst wichtig, verletzte und amputierte Menschen, so schnell wie möglich zu pflegen, um Komplikationen und Behinderungen zu vermeiden“ meint Thomas Calvot, Spezialist für Erdbebenopfer bei Handicap International. „Das ist eine der Haupttätigkeiten von Handicap International in Nothilfesituationen.“
Handicap International hat 6 mobile Gesundheitsteams geschaffen, die erste Hilfe leisten und die Patienten bis zu deren Aufnahme im Spital betreuen. Sie werden heute Mittwoch durch zusätzliche Rehabilitationsexperten (eine Rehabilitationsärztin, zwei Orthopädisten, eine Ergo- und eine Physiotherapeutin) verstärkt. Weitere Spezialisten treffen nächste Woche ein. Damit können die nachoperative Betreuung und die Rehabilitation bereits diese Woche starten. Die ersten Gehhilfen und Prothesen werden in ungefähr 8 Wochen angepasst werden können, nachdem die Amputationen vernarbt sind. Die Hilfe für die zahlreichen Verletzten wird sich sicherlich über mehrere Jahre hinziehen müssen.
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©Carlos Barria / Reuters courtesy Alernet.org






