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UPDATE Erdbeben Haiti: Bereits 2000 Amputationen in Haiti und die Zahlen steigen stetig an!

News veröffentlicht von : 25.01.2010 13:54



Das Team von Handicap International in Haiti sieht sich einer unglaublichen
Anzahl von Verletzten gegenüber und schätzt die Zahl der amputierten
Menschen bereits jetzt auf über 1.000. Die Organisation erstellt gerade
einen Projektplan für die Hilfe in Haiti, der sich über mehrere Jahre
erstrecken soll.

Um den zahllosen Verletzten zur Hilfe zu kommen, stehen Handicap
International im Moment vor Ort ca. 30 Angestellte zur Verfügung. Sie
arbeiten in sechs mobilen Versorgungsteams. Das gesamte Team soll in den
nächsten zwei bis drei Wochen auf rund 100 Personen aufgestockt werden,
darunter ca. 15 aus dem Ausland.
Zwei unserer mobilen Teams mit Spezialisten für Rehabilitation arbeiten
direkt mit acht Krankenhäusern in Port-au-Prince zusammen. Beim Großteil der
Operationen, die im Moment durchgeführt werden, handelt es sich um
Amputationen. Da auch in den Krankenhäusern viele Bereiche zerstört wurden,
können im Moment nur die Schwerstverletzten versorgt werden. Viele Menschen
mit leichten Verletzungen müssen so lange warten, bis die schwereren Fälle
behandelt werden konnten. Allein in diesen acht Krankenhäusern liegen im
Moment mehrere hundert Menschen mit frischen Amputationen - und es werden
jeden Tag mehr.

"Die aktuelle Lage in Haiti ist mit keiner früheren Katastrophe zu
vergleichen", sagt Thomas Calvot, Spezialist bei Handicap International für
die Versorgung von Verletzten nach Erdbeben. "Die unglaubliche Zahl der
Verletzten - 250.000 laut der Vereinten Nationen - in Kombination mit der
Tatsache, dass viele medizinische Einrichtungen beim Erdbeben zerstört
wurden, macht die Lage besonders prekär. Nach den schweren Erdbeben in China
2008 oder Pakistan 2005 war die Situation weniger kritisch, da dort die
Krankenhäuser nicht so sehr vom Beben betroffen waren und weiter arbeiten
konnten. In Haiti kann im Moment keine Organisation alleine alle Bedürfnisse
abdecken. Wir arbeiten schon mit Partnerorganisationen zusammen, um uns um
möglichst viele Verletzte kümmern zu können."

In Abstimmung mit den Verantwortlichen in den Krankenhäusern kümmern sich
die Teams von Handicap International um postoperative Rehabilitation,
verteilen Gehhilfen und orthopädisches Material. Außerdem wird jetzt schon
ein Projekt eingerichtet, das die Betroffenen auf lange Sicht weiter in
ihrer Genesung begleiten soll. Die amputierten Menschen müssen darauf
achten, ihre Gelenke zu bewegen, um Krämpfe zu verhindern. Ohne
physiotherapeutische Übungen kann später keine Prothese angepasst werden.

Der Bedarf an Prothesen wird sehr hoch sein. Mit ihrer Anpassung kann aber
erst in einigen Wochen begonnen werden, nach der vollständigen Heilung der
Amputationen. Handicap International wird in den nächsten sechs Monaten
300-400 provisorische Prothesen anfertigen. Diese müssen aber baldmöglichst
durch permanente, gut angepasste Prothesen ersetzt werden. Das Ziel der
Organisation ist es, auf Haiti einheimische Spezialisten für
Orthopädietechnik auszubilden und entsprechende Werkstätten einzurichten,
damit die langfristige Wirksamkeit der Projekte gewährleistet ist.

Die vier weiteren mobilen Teams von Handicap International sind in besonders
betroffenen Armenvierteln der Hauptstadt unterwegs. Dort stellen sie die
medizinische Versorgung sicher und verteilen Mobilitätshilfen in den
Notunterkünften.

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