Venezuela

In Venezuela arbeitet Handicap International (HI) mit indigenen Gemeinschaften und lokalen Akteuren zusammen, um die Lebensbedingungen und den Zugang zu Bildung für besonders schutzbedürftige Menschen zu verbessern.

Eine junge Frau posiert Stolz vor ihrer neuen Mühle für Zuckerrohr.

Mithilfe ihrer neuen Mühle, die Luz von uns bekommen hat, wird sie ihre Produktion von Rohrmelasse steigern können. | © M. Campos / HI

Laufende Aktivitäten

In den Regionen Amazonas und Delta Amacuro setzt sich Handicap International für einen besseren Zugang zu Bildung und den Schutz schutzbedürftiger Bevölkerungsgruppen ein. HI ermöglicht Kindern und Jugendlichen den Zugang zu sicherer, hochwertiger Bildung und leistet inklusive humanitäre Hilfe. Dazu gehören:

  • Psychosoziale Unterstützung durch individuelle und gruppenbasierte Massnahmen
  • Schutzleistungen wie inklusives Fallmanagement, institutionelle Stärkung und die Förderung gemeindebasierter Schutzmechanismen
  • Wasser-, Sanitär- und Hygienemassnahmen (u. a. Hygienekits, Aufklärung, Haushaltswasseraufbereitung, sichere Lagerung und Verbesserung sanitärer Infrastruktur)
  • Nahrungsmittelhilfe (Lebensmittelpakete)
  • Präventionsmassnahmen gegen durch z.B. Mücken übertragene Krankheiten
  • Rehabilitation

Durch spielerische und bildende Aktivitäten unterstützt HI Kinder und ihre Familien, um das Bewusstsein zu schärfen und Kindern den Verbleib oder die Rückkehr ins Bildungssystem zu ermöglichen. Zudem leistet HI Nothilfe, etwa während der Wasserkrise im Bundesstaat Sucre, indem betroffene Gemeinschaften mit dringender Wasser-, Sanitär-, Hygiene- und Ernährungshilfe versorgt werden.

Handicap International arbeitet mit lokalen Behörden und Vertreter*innen der Gemeinden zusammen, um diese in die Lage zu versetzen, Risiken von Gewalt zu erkennen, zu verhindern und zu bewältigen sowie Bedürfnisse im Zusammenhang mit Katastrophen frühzeitig zu antizipieren. Handicap International bildet Vertreter*innen der Gemeinschaften aus, damit diese im Katastrophenfall angemessen reagieren und ihren Gemeinschaften massgeschneiderte Lösungen anbieten können. Besonders wichtig ist dabei ein inklusiver Ansatz, der Alter, Geschlecht und Behinderung berücksichtigt, um sicherzustellen, dass alle Menschen die passende Unterstützung erhalten.

  • Mitarbeiter*innen von HI: 12
  • Direkte Begünstigte: 27.545 Menschen
  • Indirekte Begünstigte: 85.747 Menschen
  • Start des Programms: 2019

Neuigkeiten aus den Projekten

Venezuela: Nothilfe nach verheerendem Erdbeben
© A. Jota / HI
Nothlife Rehabilitation

Venezuela: Nothilfe nach verheerendem Erdbeben

Zwei schwere Erdbeben haben Teile Venezuelas erschüttert. Erste Schätzungen gehen von hunderten Toten, tausenden Verletzten und zehntausenden Vermissten aus. Inmitten dieser Tragödie bereiten die Teams von Handicap International (HI) ihren Einsatz vor – besonders für diejenigen, die jetzt am dringendsten Hilfe brauchen: Menschen mit Behinderungen und Schwerverletzte.

Venezuela: Mobilisierung für die Freilassung von Alberto und Rafael
© HI
Nothlife

Venezuela: Mobilisierung für die Freilassung von Alberto und Rafael

Seit sieben Monaten werden Alberto Trentini und Rafael Ubiel Hernandez Machado von den venezolanischen Behörden ohne Angabe von Gründen festgehalten. Handicap International ruft alle auf, sich für ihre Freilassung einzusetzen.

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Hintergrund

HI projects in Venezuela

Venezuela, ein südamerikanisches Land mit 28,3 Millionen Einwohner*innen, durchlebt seit Jahren eine schwere humanitäre, politische und sozioökonomische Krise.

Diese ist geprägt von Rekordinflation, weitverbreiteter Armut und massiver Binnenvertreibung. 2026 sind mehr als 7,9 Millionen Venezolaner*innen auf dringende humanitäre Hilfe angewiesen – fast ein Viertel der Bevölkerung. Seit 2015 haben über 8 Millionen Menschen das Land verlassen.

Wiederkehrende politische Krisen, darunter der Streit um die Wahlen 2024, internationale Spannungen und die jüngste Intervention der USA Anfang 2026, haben die Institutionen weiter geschwächt. Trotz einer leichten wirtschaftlichen Erholung 2024–2025 lebt der Grossteil der Bevölkerung in Armut: 56 % der Venezolaner*innen leben in extremer Armut mit sehr begrenztem Zugang zu Grundversorgung mit Nahrung und Gesundheitsdiensten. Die Ungleichheit wächst, und essenzielle öffentliche Dienstleistungen (Gesundheit, Bildung, Wasser, Strom) bleiben unzureichend, was die Verwundbarkeit der Bevölkerung verschärft. Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Erdrutsche verschlimmern die Lage regelmässig, insbesondere in prekären ländlichen und städtischen Gebieten.

Die humanitäre Situation ist kritisch: Prioritäre Anforderungen bestehen in den Bereichen Ernährungssicherheit, Gesundheit, Schutz und Zugang zu Trinkwasser. Fast 40 % der Bevölkerung leiden unter Ernährungsunsicherheit, Kinder sind besonders von Mangelernährung und fehlendem Bildungszugang betroffen. Ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen, die oft übersehen werden, haben kaum Zugang zu Dienstleistungen und humanitärer Hilfe. Trotz legislativer Fortschritte und nationaler Pläne zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen bleibt deren Situation besorgniserregend – unter anderem wegen fehlender barrierefreier Einrichtungen und sozialer Absicherung.

Einsatzländer

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Avenue de la Paix 11, 1202 Genf
+41 (0)22 788 70 33
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