Jahresbericht und Jahresrechnung

 

In einem Kontext, der von einem wachsenden humanitären Bedarf, rückläufigen Ressourcen und einer besorgniserregenden Missachtung des humanitären Völkerrechts geprägt ist, setzte Handicap International (HI) seinen Einsatz für die schutzbedürftigsten Menschen fort. Dieser Bericht gibt einen Überblick über die im Laufe des Jahres durchgeführten Aktivitäten, die bewältigten Herausforderungen sowie die Antworten unserer Teams und Partner auf diese Entwicklungen.

In der Schweiz haben wir unsere Sensibilisierungs- und Advocacy-Arbeit fortgesetzt, insbesondere zur Verteidigung des Ottawa-Übereinkommens. In Genf erinnerte ein Grossbanner auf dem Broken Chair mehr denn je an die Bedeutung internationaler Verträge zum Schutz der Zivilbevölkerung, insbesondere in Zeiten bewaffneter Konflikte. Zudem haben wir die Weiterentwicklung des Projekts «Liimba» fortgeführt, das Prothesen aus der Schweiz ein zweites Leben schenkt, damit Menschen mit Amputationen, die wir begleiten, davon profitieren können.

Hier können Sie eine kleine Auswahl unserer Arbeit im Jahr 2025 entdecken. 

 

Download des vollständigen Jahresberichts 2025

Die Schweiz engagiert sich mit HI in Gaza

© K. Nateel / HI

Basheer konnte an den von HI angebotenen Bildungs- und Freizeitaktivitäten teilnehmen.

In Gaza hat die humanitäre Krise längst ein extremes Ausmass erreicht, verursacht durch einen Konflikt, der von massiver und anhaltender Gewalt gegen die Zivilbevölkerung geprägt ist.

Fast 90 Prozent der Einwohner:innen wurden vertrieben, teilweise sogar mehrfach, ohne dass sie die Möglichkeit hatten, ins Ausland zu fliehen. Denn Israel hat eine Blockade verhängt und kontrolliert die Grenzen streng. 2025 waren mehr als 90 Prozent der Bevölkerung von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen; in einigen Gebieten drohte sogar eine Hungersnot. Wesentliche Infrastrukturen wie Spitäler, Wasserversorgungsnetze und Wohnhäuser wurden massiv beschädigt, was den Zugang zu medizinischer Versorgung und Trinkwasser stark einschränkte.

In diesem Kontext war der Zugang für humanitäre Organisationen eine der grössten Herausforderungen. Die Einreise von internationalem Personal und die Einfuhr von Material waren stark eingeschränkt, was ihre Handlungsfähigkeit erheblich beeinträchtigte. Die administrativen Auflagen und Restriktionen gegenüber bestimmten Hilfsorganisationen erschwerten die Umsetzung angemessener Hilfsmassnahmen zusätzlich, obwohl der Bedarf enorm und dringend war. Die Arbeit von HI stützte sich daher massgeblich auf den Einsatz lokaler Teams und freiwillig Engagierter.

Neuigkeiten aus der Schweiz 

© V. Vanniasingam / HI

Das Banner am Broken Chair gegenüber den Vereinten Nationen, angebracht mit Unterstützung von HI.
 

Mobilisierung in Genf für die Ottawa-Konvention

Im Vorfeld der Konferenz der Vertragsstaaten des Übereinkommens über das Verbot von Antipersonenminen (Ottawa-Konvention), die vom 17. bis 20. Juni 2025 in Genf stattfand, wurde eine gross angelegte Kampagne gestartet, um auf einen besorgniserregenden Rückschlag aufmerksam zu machen: Finnland, Estland, Lettland, Litauen und Polen hatten ihre Absicht angekündigt, aus dem Vertrag auszutreten, und begründeten dies mit Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit der aktuellen geopolitischen Lage.

Angesichts dieser beispiellosen Situation riefen HI und die Internationale Kampagne für das Verbot von Antipersonenminen (ICBL) die Staaten dazu auf, ihr Bekenntnis zu diesem historischen Vertrag von 1997 zu bekräftigen, der von 165 Ländern ratifiziert wurde. Auf dem Broken Chair auf der Place des Nations in Genf wurde ein grossformatiges Banner angebracht, um die Öffentlichkeit und Entscheidungsträger:innen zu sensibilisieren. Das Banner erinnerte daran, dass 85 Prozent der Minenopfer Zivilist:innen sind, und forderte die betroffenen Länder auf, dem Vertrag treu zu bleiben.

Die Konferenz bot einen wichtigen Rahmen, um Bilanz zu ziehen – sowohl hinsichtlich der Minenräumung und der Opferhilfe als auch der Vernichtung von Lagerbeständen – und gleichzeitig die Bedeutung der Einhaltung des humanitären Völkerrechts hervorzuheben. Trotz der von einigen Staaten geäusserten Sicherheitsbedenken wiesen die Organisationen darauf hin, dass Antipersonenminen nur einen begrenzten militärischen Nutzen haben, jedoch langfristige und verheerende Folgen für die Bevölkerung nach sich ziehen.

Seit ihrem Inkrafttreten hat die Ottawa-Konvention dazu beigetragen, die Zahl der Opfer sowie das Ausmass der kontaminierten Gebiete erheblich zu verringern. Dennoch werden in mehreren Konflikten nach wie vor Minen eingesetzt und die Zahl der Opfer ist zuletzt wieder gestiegen.

 

© HI

Vidya Vanniasingam, zuständig für Advocacy bei HI Schweiz, an einer Sitzung im Bundeshaus.
 

Für eine inklusive und verantwortungsvolle Politik

HI verstärkte das Advocacy-Engagement auf mehreren Ebenen: Im Bereich der inklusiven Entwicklung trug die Organisation über das Netzwerk Swiss Disability and Development Consortium in Zusammenarbeit mit der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit dazu bei, dass Behinderungen in der Schweizer Politik besser berücksichtigt werden. Dies geschah unter anderem durch Interpellationen zur Umsetzung des Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen und durch den Austausch mit Nationalrät:innen. Im Bereich der Abrüstung engagierte sich HI Schweiz angesichts der Schwächung der Ottawa- und Oslo-Konventionen sowie der Problematik von Explosivwaffen in bevölkerten Gebieten und stiess politische Stellungnahmen an. Schliesslich setzte die Organisation sich im humanitären Bereich für eine inklusivere Hilfe ein, insbesondere in Bezug auf Gaza und Syrien. Dabei suchte sie den Dialog mit Parlamentarier:innen und Behörden.

 

Finanzielle Mittel und Aufwendungen

 

CHF 6'072'489

Zweckgebundene institutionelle Mittel

CHF 5'939'549

Spendensammlungen

CHF 565'406

Weitere finanzielle Mittel

Von € 100 hat das HI-Netzwerk* € 85 für soziale Zwecke eingesetzt.  

9% Aufwand für Fundraising; 6% Betriebsaufwand; 85% Soziale Zwecke 9% Aufwand für Fundraising; 6% Betriebsaufwand; 85% Soziale Zwecke 9% Aufwand für Fundraising; 6% Betriebsaufwand; 85% Soziale Zwecke 9% Aufwand für Fundraising; 6% Betriebsaufwand; 85% Soziale Zwecke
 

* Das HI-Netzwerk besteht aus der Föderation, den acht nationalen Verbänden (Belgien, Deutschland, Frankreich, Kanada, Luxemburg, Schweiz, Vereinigtes Königreich und USA), einem Büro in Österreich und dem HI-Institut für humanitäre Hilfe.

 

Archiv

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

© E. Blanchard / HI ; S. Roche / HI ; L. Fernandez / HI ;  EDA / Pascal Lauener ; HI

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