Ukraine: 8.330 zivile Opfer zwischen Juli und September - Zunahme von 90 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum

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Ukraine

Die Angriffe auf Wohngebiete, kritische Infrastruktur sowie öffentliche Einrichtungen in der Ukraine haben in den vergangenen Monaten ein besonders hohes Ausmass erreicht. Zwischen Juli und September 2026 wurden laut UN-Angaben 8330 Zivilist*innen getötet oder verletzt. Dies bedeutet eine Zunahme von 90 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die humanitäre Hilfsorganisation Handicap International (HI) verurteilt in einem Bericht aufs Schärfste das verheerende Leid, das der Zivilbevölkerung durch die Bombardierung und den Beschuss von Städten und Dörfern im Krieg zwischen Russland und der Ukraine zugefügt wird.   

© HI

In dem Bericht veröffentlicht Handicap International zudem eine Chronologie der schlimmsten Angriffe auf die Zivilbevölkerung. Ausserdem enthält er eine Auflistung der tödlichsten Waffenarten. Darüber hinaus sind auch Informationen über Angriffe der ukrainischen Streitkräfte enthalten.

Juli: der tödlichste Monat seit Mai 2022

Allein im Juli wurden 437 Zivilpersonen getötet und 2610 verletzt, womit dieser Monat der tödlichste seit Mai 2022 war. Insgesamt wurden in den ersten acht Monaten des Jahres 2026 in der gesamten Ukraine mehr Zivilpersonen getötet und verletzt als im gesamten Jahr 2025. Seit Beginn der Vollinvasion wurden mindestens 73'451 Zivilistinnen und Zivilisten getötet oder verletzt.

Über 16'000 Dronen in drei Monaten gegen die Ukraine

Zwischen Juli und September 2026 starteten russische Streitkräfte 16'086 Langstreckendrohnen gegen Ziele in der Ukraine. Dies stellt eine der intensivsten Phasen des Drohnenkriegs im Verlauf des Konflikts dar. Die anhaltenden Angriffe mit Raketen, Drohnen, Bomben und Artillerie verursachen grosses menschliches Leid, zerstören Lebensgrundlagen und zwingen Familien zur Flucht. Besonders betroffen sind Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen..

„Das Leben in Kyiv ist kein Leben mehr – es ist Überleben.“

     

.„Das Leben in Kyiv ist ständige Ungewissheit: Man weiss nicht, ob man morgens lebend aufwacht oder sicher zur Arbeit kommt, wenn es in der Nähe keine Schutzräume gibt und das Kraftwerk neben der Metrostation wiederholt angegriffen wird. Es bedeutet, abends mit seinem Kind Harry Potter zu lesen, nur um plötzlich durch Explosionen vor dem Fenster unterbrochen zu werden und in den Flur zu laufen. Es bedeutet, zu beobachten, wie nur einen Kilometer entfernt ein Hochhaus brennt, und sich lediglich mit dem Gedanken zu trösten, dass der Spielplatz darunter keine Kinderleben gefordert hat. Es bedeutet, jeden Tag die Tränen der Angst in den Augen des eigenen Kindes zu sehen. Das Leben in Kyiv ist kein Leben mehr – es ist Überleben.“ 

 —  Inna, HI-Finanzreferentin, Kyiv, September 2026.26

Handicap International (HI) fordert alle Konfliktparteien auf, das humanitäre Völkerrecht und dessen Grundsätze zu achten, um den Schutz der Zivilbevölkerung sowie den Schutz von humanitären Hilfskräften und Gesundheitspersonal jederzeit zu gewährleisten. Das tatsächliche Ausmass der Schäden an der Zivilbevölkerung – sowohl bei den Opfern als auch bei der Infrastruktur – dürfte erheblich höher sein, da viele Berichte über Verletzungen oder Todesfälle der Zivilbevölkerung aufgrund des fehlenden Zugangs zu Gebieten in der Nähe der Front und zu Gebieten unter russischer Kontrolle nicht überprüft werden können.

 

3 November 2026

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