Was ist Philanthropie?
Der Begriff «Philanthrop» hat seinen Ursprung im Altgriechischen (phílos für «Freund» und ánthrōpos für «Mensch») und bedeutet wörtlich übersetzt «Menschenliebe». Als Philanthrop:innen werden Personen bezeichnet, die sich freiwillig für das Gemeinwohl und die Verbesserung der Lebensumstände ihrer Mitmenschen einsetzen, ohne dabei nach Profit zu streben. Der Duden definiert Philanthrop:innen als «Menschenfreund:innen» und «Wohltäter:innen», also als jemanden, der «auf das Wohl der Menschen bedacht» ist und entsprechend handelt.
Es gibt jedoch einen grundlegenden Unterschied zwischen Wohltätigkeit und Philanthropie: Während die Wohltätigkeit unmittelbare Not lindert, verfolgt die Philanthropie einen eher strukturellen Ansatz, um die tieferen Ursachen sozialer Probleme anzugehen. Viele Philanthrop:innen unterstützen lokale Projekte in den Bereichen Gesundheit, medizinische Forschung und Armutsbekämpfung.
Den Mythos der Milliardär:innen überwinden und im eigenen Rahmen handeln
Um als Philanthrop:in zu gelten, muss man kein riesiges Vermögen besitzen wie etwa Bill Gates, Mark Zuckerberg oder Warren Buffett. Zwar ist das Bild dieser Grossspender:innen mit eigener Stiftung in den Medien sehr präsent, doch sollte es nicht darüber hinwegtäuschen, dass philanthropisches Engagement für alle möglich ist. Philanthropie misst sich nicht an der Höhe der Spende, sondern am aufrichtigen Willen, sich im eigenen Rahmen für eine Sache einzusetzen, die einem am Herzen liegt.
Gemeinnützige Organisationen stützen sich auf eine starke Solidaritätskette, in der jede Spende – von der kleinsten Spende bis zur grössten Schenkung – eine wesentliche Rolle spielt. Auch lokale Philanthropie ist von entscheidender Bedeutung, denn sie ist nah an den Lebenswirklichkeiten schutzbedürftiger Menschen und Bevölkerungsgruppen. Um den Mitmenschen zu helfen und eine nachhaltige Wirkung zu erzielen, spielt die Mittelbeschaffung eine entscheidende Rolle. In der Schweiz ist dieses finanzielle Engagement aussergewöhnlich hoch: Das Land zählt rund 13’984 gemeinnützige Stiftungen mit einer geschätzten Finanzkraft von etwa 159 Milliarden Schweizer Franken. Ob Grossspenden, unternehmerisches Mäzenatentum oder zweckgebundene Fonds: Diese finanzielle Stärke ermöglicht es, Grosszügigkeit weltweit zu strukturieren und nachhaltig zu verankern. Diese Grosszügigkeit lebt zu einem grossen Teil von der Vielfalt der Beiträge, sei es in Form von Geldspenden, Bildungspatenschaften oder Unternehmensengagement.
Zeit, Kompetenz, Vermögen: Welche Art von Philanthrop:in sind Sie?
Es gibt drei Hauptformen der Philanthropie, die allen zugänglich sind:
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Persönliches Engagement (Zeitspende): sich bei einer Hilfsorganisation engagieren, um deren Arbeit aus erster Hand kennenzulernen. Für Philanthrop:innen kann sich diese wertvolle Zeit in gelegentlichen Besuchen vor Ort ausdrücken – nicht um direkt einzugreifen, sondern um sich ein konkretes Bild vom Fortschritt und der Wirkung der Projekte zu machen, zu deren Finanzierung sie beigetragen haben.
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Kompetenzspende (Kompetenzförderung): hochkarätige Fachkenntnisse in den Bereichen Rechtsberatung, Finanzstrategie, Management und Kommunikation in den Dienst der institutionellen Entwicklung von Handicap International Schweiz stellen.
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Geldspende oder Vermögensspende: das eigene Engagement durch Beiträge mit grosser Wirkung strukturieren. Dies kann durch Grossspenden, die Gründung privater Stiftungen, den Aufbau von Unternehmenspartnerschaften oder ein testamentarisches Legat erfolgen. So lässt sich das eigene Engagement langfristig sichern.