Philippinen

Auf den Philippinen unterstützt Handicap International (HI) sektorübergreifend Gemeinden, die von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind. Darüber hinaus fördert Handicap International die beruflichen Perspektiven und die wirtschaftliche Unabhängigkeit junger Menschen mit Behinderungen. Zudem erleichtert HI den Zugang zu Programmen und Angeboten, die die Versorgung von jungen Menschen mit Typ-1-Diabetes verbessern.

Zerstörungen nach dem Taifun Haiyan in der Provinz Leyte

Zerstörungen nach dem Taifun Haiyan in der Provinz Leyte | © B. Blondel / HI

Laufende Aktivitäten

Angesichts der zunehmenden Häufigkeit und Intensität klimabedingter Risiken engagiert sich Handicap International auf den Philippinen seit mehreren Jahren dafür, menschenwürdige Lebensbedingungen für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen zu sichern und ihre Fähigkeit zu stärken, die Folgen von Taifunen, Überschwemmungen, Erdbeben und anderen Naturgefahren besser zu bewältigen.

In den Regionen Cagayan Valley, Bicol, Eastern Visayas und den BARMM Regionen setzt sich Handicap International für wirksame Vorsorgemassnahmen und humanitäre Hilfe ein und verfolgt dabei einen partizipativen und inklusiven Ansatz in Bezug auf Alter, Geschlecht und Behinderung. Dazu gehört, die Bevölkerung über Risiken aufzuklären, Organisationen von Menschen mit Behinderungen zu unterstützen und mit lokalen Behörden zusammenzuarbeiten. So trägt Handicap International dazu bei, dass die Bedürfnisse besonders gefährdeter Menschen in der humanitären Hilfe berücksichtigt werden. Die Teams unterstützen insbesondere Menschen mit Behinderungen, ältere Menschen, Frauen und Kinder. Die Hilfe umfasst wichtige Bereiche wie Ernährung, Unterkunft, Wasser- und Sanitärversorgung, Gesundheit und Schutz. Darüber hinaus bieten die Teams psychologische Unterstützung an und erleichtern den Zugang zu psychosozialen Hilfsangeboten. Diese helfen den Betroffenen, belastende Erfahrungen und Traumata besser zu bewältigen.

Darüber hinaus ist Handicap International Teil eines Konsortiums humanitärer Organisationen, das mit Regierungsbehörden sowie lokalen, nationalen und gemeindebasierten zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammenarbeitet, um die Vorsorgemassnahmen für die am stärksten von Überschwemmungen bedrohten Gemeinden zu stärken und sicherzustellen, dass niemand zurückgelassen wird, wenn das Land von einer Notlage heimgesucht wird.

Zudem schafft Handicap International inklusive Beschäftigungswege für junge Menschen mit Behinderungen in Metro Manila und der Region CALABARZON und bietet Schulungen zu berufsvorbereitenden oder unternehmerischen Kompetenzen an, um die Entwicklung eines Karriere- oder Geschäftsplans zu unterstützen.

Schliesslich setzen sich die Teams dafür ein, den Zugang zu inklusiven Gesundheitsdienstleistungen und Informationen für Kinder und junge Menschen unter 25 Jahren mit Typ-1-Diabetes zu verbessern. Das Projekt soll Menschen mit Diabetes dabei unterstützen, ihre Erkrankung besser zu verstehen und zu bewältigen. Gleichzeitig werden Fachkräfte darin geschult, Betroffene angemessen zu versorgen, und ein Netzwerk inklusiver Gesundheitseinrichtungen aufgebaut. Zudem stellt das Projekt sicher, dass die Patientinnen und Patienten Zugang zu Insulin, Blutzuckerteststreifen und weiteren notwendigen medizinischen Hilfsmitteln erhalten.

• Mitarbeitende von Handicap International: 45 Personen

• Direkte Begünstigte, die 2025 von HI unterstützt werden: 17.747 Personen

• Indirekte Begünstigte der Arbeit von HI im Jahr 2025: 199.567 Personen

• Startdatum des Programms: 1985

Neuigkeiten aus den Projekten

Notfall auf den Philippinen: Der Inselstaat versinkt erneut im Chaos
© HI
Nothlife

Notfall auf den Philippinen: Der Inselstaat versinkt erneut im Chaos

Die Philippinen werden 2025 bereits zum 20. Mal von einem verheerenden Taifun heimgesucht: Kalmaegi ist der bislang tödlichste – die Bilanz ist verheerend.

Philippinen: Menschen mit Behinderungen auf die Risiken von Klimakatastrophen vorbereiten
© Maria Clarissa Manalastas / HI
Nothlife Rechte von menschen mit behinderungen und politik

Philippinen: Menschen mit Behinderungen auf die Risiken von Klimakatastrophen vorbereiten

Schwere Schäden durch Super-Taifun «Rai»
© A. Dumduma / HI
Nothlife

Schwere Schäden durch Super-Taifun «Rai»

Letzten Donnerstag traf der Taifun «Rai» im Zentrum der Philippinen auf Land und verursachte erhebliche materielle Schäden. Eines unserer Teams ist vor Ort, um die dringendsten Bedürfnisse zu ermitteln.

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Hintergrund

Karte des HI-Einsatzes auf den Philippinen

Der in Südostasien gelegene philippinische Archipel ist in Bezug auf Naturgefahren eine der am stärksten gefährdeten Regionen der Welt: Das Land durchlebt derzeit eine schwere Krise, die vor allem auf eine beispiellose Abfolge klimabedingter Katastrophen zurückzuführen ist.

Im Jahr 2025 wurde das Land von 20 Taifunen heimgesucht, von denen der tödlichste, Kalmaegi, im November mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 170 km/h auf Land traf und verheerende Überschwemmungen, Erdrutsche und Schlammlawinen auslöste. Allein dieses eine Ereignis forderte fast 200 Menschenleben, und Hunderte gelten weiterhin als vermisst. Der Taifun zwang mehr als 600.000 Menschen zur Flucht, darunter viele Familien, die alles verloren haben.  Diese Situation ist Teil eines Kontextes besonders intensiver Klimaveränderungen, die die Stärke und Häufigkeit von Taifunen erhöhen. Die Monsunzeit war im Jahr 2025 besonders heftig: Millionen von Menschen waren betroffen, ganze Städte standen unter Wasser, und es kam zu massiven Zerstörungen von Wohnhäusern und Infrastruktur. Die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen, wie beispielsweise Menschen mit Behinderungen, sind besonders gefährdet und weisen im Falle einer Naturkatastrophe eine zwei- bis viermal höhere Sterblichkeitsrate auf.

Massenvertreibungen und die Zerstörung der Lebensgrundlagen verschärfen die prekären Lebensbedingungen. Die philippinischen Behörden sind mit der Situation überfordert und haben Mühe, nachhaltige Lösungen zu finden. Geplante Umsiedlungen, um Gemeinden aus Hochrisikogebieten zu verlegen, werfen zahlreiche Bedenken auf, insbesondere für Menschen mit Behinderungen, die oft von Konsultationen ausgeschlossen und an unzugänglichen Orten oder an Orten ohne grundlegende Versorgung untergebracht werden.

Obwohl sich lokale und internationale Organisationen mobilisieren, um den betroffenen Bevölkerungsgruppen zu helfen, ist der Bedarf nach wie vor enorm, und die Widerstandsfähigkeit der Gemeinden wird auf eine harte Probe gestellt – vor ihnen liegen Jahre des Wiederaufbaus.

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