Eine Schweizer Minenräummaschine (Digger) ist in den Senegal unterwegs

Minen und andere Waffen
Schweiz Senegal

Die Stiftung Digger mit Sitz in Tavannes im Kanton Bern arbeitet seit 2011 mit Handicap International in der Casamance im Senegal zusammen, einer Region, die noch immer von den Folgen eines bewaffneten Konflikts gezeichnet ist. Anfangs lieferte Digger Maschinen. Heute geht die Rolle der Stiftung weiter: Sie beteiligt sich aktiv an der Wiederaufnahme der Einsätze, unter anderem indem sie einen Teil der Teams vor Ort mitfinanziert. Nun wurde eine neue Minenräummaschine in den Senegal geschickt.

© Fondation Digger

Die Abreise einer Minenräummaschine aus der Schweiz markiert einen weiteren Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel. Am 15. Oktober 2026 wurde eine D-250-Maschine der Stiftung Digger in Richtung Senegal transportiert, um die Einsätze vor Ort zu verstärken. Ihre Ankunft wird dazu beitragen, die Räumung der noch kontaminierten und schwer zugänglichen Gebiete zu beschleunigen.


Gerade in Zeiten schrumpfender Mittel für humanitäre Hilfe ist diese Unterstützung von entscheidender Bedeutung. Sie trägt dazu bei, die Minenräumungsarbeiten aufrechtzuerhalten und die bisherigen Fortschritte auf dem Weg zu einer minenfreien Casamance fortzusetzen.


Die Unterzeichnung eines historischen Friedensabkommens im Jahr 2025 markierte einen wichtigen Fortschritt für die Region. Der Senegal hat sich ein langfristiges Ziel gesetzt: Die Casamance soll bis 2031 vollständig von Minen befreit werden. Gemeinsam mit der senegalesischen Regierung trägt Handicap International zu diesen Bemühungen bei, indem die Organisation Gebiete sichert, betroffene Bevölkerungsgruppen begleitet und die lokalen Kapazitäten im Bereich der Minenräumung stärkt.

Die Herausforderungen der Minenräumung in der Casamance

Auch wenn das Friedensabkommen neue Perspektiven für die Region eröffnet hat, sind die Folgen des Konflikts weiterhin deutlich spürbar. Tausende Hektar Wald- und Ackerflächen sowie ländliche Wege sind noch immer durch Antipersonenminen und andere explosive Kriegsreste kontaminiert. Für vertriebene Menschen, die in ihre Heimat zurückkehren möchten, kann jeder Schritt noch immer gefährlich sein.
Seit 2022 haben sich unsere Einsätze weiterentwickelt. Sie umfassen nun auch Massnahmen zur Sensibilisierung für die Gefahren durch Sprengkörper sowie Initiativen zur Stärkung des Bewusstseins der Bevölkerung in nach wie vor fragilen Gebieten.


Trotz der erzielten Fortschritte bleibt der Bedarf enorm. Ein Grossteil der Aufmerksamkeit und der humanitären Mittel konzentriert sich heute auf Krisen, die in den Medien stark präsent sind. Vor diesem Hintergrund hängt die Fortführung der Einsätze stark von der Unterstützung engagierter Partner ab.
Der Senegal tritt nun in eine entscheidende Phase ein. Ein grosser Teil des Weges ist bereits geschafft, doch die verbleibenden Gebiete gehören zu den am schwierigsten zu bearbeitenden. Mit den erforderlichen Mitteln bleibt das Ziel für 2031 erreichbar. Der Senegal könnte damit eines der ersten Länder der Region werden, das vollständig von Minen befreit ist.

Eine Maschine zur Verstärkung der Minenräumungseinsätze   

Vor diesem Hintergrund zählt jede operative Unterstützung. Die neue Maschine D-250, die von der Werkstatt in Tavannes (Schweiz) in den Senegal geschickt wurde, stellt einen wichtigen Fortschritt dar. Sie ist leistungsfähiger und ermöglicht Einsätze auch in besonders risikoreichen Gebieten, beispielsweise dort, wo Plastikminen liegen, die sich mit Metalldetektoren nicht aufspüren lassen.
Ihr Einsatz verdeutlicht auch die Stärke der Partnerschaft zwischen Handicap International und der Stiftung Digger. Über die Bereitstellung einer spezialisierten Maschine hinaus trägt diese Zusammenarbeit dazu bei, die Minenräumungseinsätze aufrechtzuerhalten und die operativen Kapazitäten zu stärken, die für die Fortsetzung der Arbeiten in der Casamance erforderlich sind.

Mehr über die Auswirkungen dieser Partnerschaft auf die Minenräumung im Senegal erfahren Sie in unserem Anfang des Jahres veröffentlichten Artikel: Digger & HI Senegal: Schweizer Partnerschaft für einen minenfreien Senegal bis 2031

2 November 2026

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