Digger & HI Senegal: Schweizer Partnerschaft für einen minenfreien Senegal bis 2031

Advocacy-Arbeit Minen und andere Waffen
Schweiz Senegal

Im April 2026 besuchten Mitarbeitende von Handicap International Schweiz im Rahmen einer Medienreise die Werkstätten der auf Minenräumung spezialisierten Stiftung Digger.

Digger-Maschine im Senegal

Digger-Maschine im Senegal | © A. Faye / HI

Vor Ort trafen wir den Geschäftsleiter Frédéric Guerne und Abdourahmane Ba, der bei Handicap International Senegal als Projektleiter für die Reduzierung bewaffneter Gewalt tätig ist.

An diesem Tag verfolgten wir zwei Ziele: Einerseits wollten wir den Journalist:innen eine vergessene Krise wieder ins Bewusstsein rücken. Andererseits sollten sie die Herausforderungen dieser Zusammenarbeit besser verstehen, die das Ziel verfolgt, den Senegal bis 2031 frei von Sprengkörpern zu machen.

Eine Partnerschaft, die zählt

Seit 2011 arbeitet die Stiftung Digger mit Handicap International in der Casamance im Senegal zusammen, einer Region, die noch immer von den Folgen des bewaffneten Konflikts gezeichnet ist.

Am Anfang lieferte Digger Maschinen. Heute geht die Stiftung einen Schritt weiter: Sie treibt die Wiederaufnahme der Einsätze aktiv voran, unter anderem, indem sie einen Teil der Teams vor Ort mitfinanziert.

Gerade in Zeiten schrumpfender Mittel für humanitäre Hilfe ist diese Unterstützung von entscheidender Bedeutung. Dadurch können nicht nur die Aktivitäten aufrechterhalten werden, sondern das Projekt erhält auch neuen Schwung und zieht weitere Partner an.

Schweizer Innovation für den Einsatz vor Ort

Im Zentrum dieser Zusammenarbeit steht die Technologie. Die Stiftung Digger entwickelt nämlich Maschinen, welche die Minenräumung schneller, sicherer und effizienter machen.

Zwar ist der Konflikt in der Casamance abgeklungen, doch manche Gebiete lagen jahrzehntelang brach. Die Vegetation hat sich verdichtet, der Boden ist schwer zu bearbeiten und die zahlreichen Sprengkörper aller Art – von Minen über Granaten bis zu Raketen – machen die Arbeit besonders anspruchsvoll.

Angesichts dieses schwierigen Terrains stellt die neue Maschine D-250, die im Sommer 2026 aus der Werkstatt in Tavannes (Schweiz) in den Senegal geschickt wird, einen wichtigen Fortschritt dar. Sie ist leistungsfähiger und kann auch in besonders risikoreichen Umgebungen eingesetzt werden, beispielsweise bei Plastikminen, die sich mit Metalldetektoren nicht aufspüren lassen.

Maschinen zur Verstärkung der Teams

Heute sind bereits etwa 75 Prozent der Arbeit erledigt, aber es bleiben noch mehr als eine Million Quadratmeter zu entminen. Ohne die Partnerschaft mit Digger wäre das nicht möglich.

Die Maschinen spielen vor Ort eine entscheidende Rolle: Sie beschleunigen die Einsätze, erhöhen die Sicherheit und ermöglichen die Minenräumung in äusserst komplexen Gebieten.

Sie können etwa 98 Prozent der Sprengkörper unschädlich machen, ersetzen aber nicht die Minenräumer:innen. Um eine vollständige Entminung zu gewährleisten, bleibt der Mensch unersetzlich.

Die Minenräumung setzt also auf ein Zusammenspiel von Mensch und Maschine.

Mehr dazu in unserem Artikel «Ein Tag im Leben unserer Minenräumer:innen»

Auswirkungen der Minenräumung in der Casamance

Die Lage in der Casamance bleibt eine «vergessene Krise». Ein Grossteil der humanitären Mittel fliesst heute in Krisen, die in den Medien stark präsent sind – manchmal auf Kosten jener, über die kaum berichtet wird. Vor diesem Hintergrund ist die Rolle von Partnern wie Digger entscheidend, um die Fortführung dieser Projekte zu sichern.

Minenräumung ist mehr als das Räumen von Flächen. Sie ermöglicht es auch Tausenden Menschen, nach Hause zurückzukehren, wieder Landwirtschaft zu betreiben und ein Stück Normalität zurückzugewinnen.

Seit 2022 haben sich unsere Einsätze weiterentwickelt. Nun umfassen sie auch Massnahmen zur Risikosensibilisierung sowie Initiativen zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts in nach wie vor fragilen Gebieten.

Der Senegal steht jetzt an einem entscheidenden Punkt. Das Gröbste ist geschafft, doch der letzte Schritt bleibt der schwierigste. Ohne ausreichende Unterstützung ist das Ziel für 2031 gefährdet. Mit den entsprechenden Mitteln ist dieses jedoch erreichbar – und der Senegal könnte das erste Land weltweit werden, das vollständig von Minen befreit wurde.

Mehr erfahren: https://digger.ngo/de

6 Mai 2026

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