Handicap International begrüsst den Beitritt des Libanon zum Minenverbotsvertrag
Der Libanon wird dem Übereinkommen über das Verbot von Antipersonenminen beitreten – ein Schritt, den wir nachdrücklich begrüssen. Als 162. Vertragsstaat dieses lebensrettenden Abkommens setzt das Land ein wichtiges Zeichen für den Schutz der Zivilbevölkerung vor den verheerenden und wahllosen Auswirkungen von Antipersonenminen.
Minenräumungsarbeiten in der Region Tula im Norden des Libanon. | © Xavier Bourgois / Handicap International
Zivilist:innen vor Antipersonenminen schützen
Jahrzehntelang – bis hin zum jüngsten Krieg – haben Antipersonenminen und explosive Kriegsrückstände weite Teile des Libanon kontaminiert. Sie haben Leben gekostet, Menschen verletzt, Lebensgrundlagen zerstört und den Zugang zu Land, Dienstleistungen und Chancen verbaut – besonders für die Schwächsten, darunter Menschen mit Behinderungen.
«Der Beitritt des Libanon ist nicht nur ein wichtiger Schritt in Richtung einer minenfreien Zukunft, sondern auch ein Zeichen dafür, dass internationale Regeln zählen. Eine Erinnerung daran, dass Staaten auch in Zeiten von Unsicherheit und Konflikten die Entscheidung treffen können, wahllos wirkende Waffen abzulehnen, generationenübergreifendes Leid zu verhindern und die Menschenwürde zu schützen», erklärt Daniel Suda-Lang, Direktor von Handicap International Schweiz.
Die wichtigsten Verpflichtungen der Vertragsstaaten des Ottawa-Vertrags
Der Vertrag verbietet den Einsatz, die Entwicklung, die Herstellung, den Erwerb, die Lagerung, die Aufbewahrung von und den Handel mit Antipersonenminen. Er untersagt ebenfalls, irgendjemanden in irgendeiner Weise zu unterstützen oder zu ermutigen, Tätigkeiten vorzunehmen, die aufgrund dieses Übereinkommens verboten sind. Er verpflichtet die Vertragsparteien, ihre Bestände an Antipersonenminen zu vernichten.
Die Vertragsstaaten müssen ausserdem Massnahmen zur Minenräumung in verminten Gebieten, zur Aufklärung über die mit Sprengkörpern verbundenen Gefahren sowie zur umfassenden Unterstützung der Opfer und Überlebenden ergreifen.
Wir sind bereit, den Libanon bei der Umsetzung dieser Verpflichtung zu begleiten – in enger Zusammenarbeit mit den nationalen Behörden, der Zivilgesellschaft und den betroffenen Gemeinschaften. Die Opferhilfe muss bei der Umsetzung im Libanon im Mittelpunkt stehen.
Viele Überlebende von Minenunfällen leben mit langfristigen Behinderungen und brauchen Zugang zu inklusiven, qualitativ hochwertigen Angeboten – insbesondere in der Rehabilitation, der psychosozialen Betreuung und der sozioökonomischen Teilhabe. Dieser Beitritt ist eine Chance, nationale Strukturen zu stärken und sicherzustellen, dass niemand zurückgelassen wird.
Wir sind seit 1992 im Libanon tätig, unterstützen Sie unsere Arbeit vor Ort mit einer Spende.
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Nadia Ben Said
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