Schule dank Minenräumung wiedereröffnet
Yasser al-Sanad, der Leiter der Al-Najah-Schule, berichtet von den Auswirkungen der Minenräumung durch Handicap International. Die Schule stand seit Ausbruch des Bürgerkriegs 2011 leer. Jetzt konnte sie gesichert werden und nimmt wieder ihre wichtige Rolle im Herzen der Stadt ein.
Yasser al-Sanad, der Leiter der Al-Najah-Schule in Deir ez-Zor. | © T. Nicholson/HI
200 Schuss Munition an einem Tag
Handicap International hat ein Drittel der Schule entmint und so 170 Schüler:innen die Wiederaufnahme des Unterrichts ermöglicht. Der Rest der Schule soll bis Ende 2026 entmint werden, damit noch mehr Schüler:innen dort wieder lernen können.
Während die Sechstklässler:innen im Klassenzimmer Arabisch lernen, sortieren die Minenräumungsteams im angrenzenden Gebäude Munition, Waffen und militärische Ausrüstung. So entfernte ein Team aus fünf Fachleuten an einem Tag 200 Patronen, zahlreiche Taschen mit Militärkleidung, Helme und Hülsen aus einem einzigen Klassenzimmer.
Neuer Auftrieb durch Wiedereröffnung der Schule
Hilfsorganisationen wie Handicap International haben unter den Schüler:innen wichtige Sensibilisierungsmassnahmen durchgeführt. Besonders im Fokus standen die Jüngsten, also Kinder, die erst kürzlich eingeschult worden waren und die Gefahren von Blindgängern oft noch nicht kannten. Mithilfe von Plakaten und Informationsveranstaltungen haben die Kinder gelernt, Sprengkörper zu erkennen und sich ihnen nicht zu nähern, wenn sie welche entdecken. Heute zeigt diese Aufklärungsarbeit Wirkung und die Situation verbessert sich allmählich.
Hoffnung für die Zukunft
Yasser al-Sanad sagt: «Ich blicke optimistisch in die Zukunft. Es wird sicherlich einige Zeit dauern, aber wir hoffen, dass sich die Situation weiter verbessert. Ich denke, die Medien spielen eine wichtige Rolle dabei, den Menschen zu vermitteln, dass sie sicher zurückkehren können.
Um unserem Land beim Wiederaufbau zu helfen, benötigen wir mehr Unterstützung der internationalen Gemeinschaft. Hier fehlt es uns an allem, was zum Leben notwendig ist. Die Infrastruktur ist weitgehend zerstört. Wir brauchen mehr Unterstützung, um unsere Arbeit auszuweiten und der Bevölkerung mehr Angebote bereitstellen zu können.
Viele Familien warten darauf, dass diese Schule ihre Kinder aufnehmen kann. Das wäre viel besser für die Familien im Quartier, denn aktuell müssen sie ihre Kinder in weiter entfernte Schulen schicken.»
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Nadia Ben Said
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