Senegal
In Senegal arbeitet Handicap International (HI) im Bereich der Minenräumung und setzt sich für eine inklusive, nachhaltige und gerechte Gesellschaft ein, die allen Menschen gleiche Chancen bietet.
Unser Entminungsteam: Maïbata Sané, Idrissa Manga, Pierre Marie Badji und Moussa Traoré. | © A. Faye / HI
Laufende Aktivitäten
In Senegal unterstützt Handicap International die Ausbildung sowie die berufliche und sozioökonomische Inklusion von Menschen mit Behinderungen. Die Teams setzen Initiativen im Rahmen der inklusiven Bildung um und arbeiten mit Schulen und zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen, um die Inklusivität von Lehrmethoden zu verbessern. So wollen wir sicherstellen, dass Behinderungen in der Lehrerausbildung berücksichtigt werden. HI fördert zudem die wirtschaftliche Inklusion, um Lern- und Qualifizierungsmöglichkeiten zu erhöhen und so die Integration und den Erfolg von Menschen mit Behinderungen – insbesondere von Jugendlichen und Frauen – zu unterstützen. Ausserdem sensibilisiert Handicap International verschiedene Akteure in der Arbeitswelt, um die Zugänglichkeit von Einrichtungen nachhaltig zu verbessern und Arbeitsplätze inklusiver zu gestalten.
Handicap International führt Minenräumungen durch und klärt über die Gefahren dieser Waffen auf. So wollen wir den Aufbau eines dauerhaften Friedens in der Casamance fördern. Dazu gehören manuelle und mechanische Minenräumungen mit dem Ziel, der Bevölkerung landwirtschaftlich nutzbares und von explosiven Kriegsresten befreites Land zurückzugeben. HI trägt zudem zur Wiederbelebung der lokalen Wirtschaft bei, indem wir individuelle und gemeinschaftliche Projekte unterstützen, Minenopfern helfen und Initiativen zum sozialen Zusammenhalt fördern. Im täglichen Einsatz arbeitet Handicap International mit zahlreichen Partnern wie regionalen und nationalen Behörden, Gemeinden und zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen.
Im Gesundheitsbereich setzt sich HI für den Zugang zu Rechten und Dienstleistungen im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit ein, mit besonderem Fokus auf Frauen und Mädchen im Jugendalter. Daher werden inklusive Aufklärungs- und Schulungsmassnahmen gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Organisationen durchgeführt.
Darüber hinaus stärken und fördern wir die Rechte von Menschen mit Behinderung und konzentrieren uns dabei auf die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen mit Behinderungen. HI unterstützt Verbände und Frauen mit Behinderungen in Führungspositionen, um die öffentliche Politik zugunsten der Gleichberechtigung der Geschlechter zu beeinflussen.
- Anzahl der HI-Mitarbeiter:innen: 58 Personen
- Anzahl der direkten Begünstigten, die von HI 2025 unterstützt wurden: 39.539 Personen
- Anzahl der indirekten Begünstigten, die von HI 2025 unterstützt wurden: 83.497 Personen
- Startdatum des Programms: 1995
Neuigkeiten aus den Projekten
Digger & HI Senegal: Schweizer Partnerschaft für einen minenfreien Senegal bis 2031
Im April 2026 besuchten Mitarbeitende von Handicap International Schweiz im Rahmen einer Medienreise die Werkstätten der auf Minenräumung spezialisierten Stiftung Digger.
Ein Tag im Leben unserer Minenräumer:innen
Schlüpfen Sie in die Schutzkleidung unserer Minenräumer:innen im Senegal und erleben Sie einen Tag an ihrer Seite
Senegal: Wie Hunde Kira, Storm, Fisti und Tini helfen, Minen aufzuspüren
Aufgeregt und gespannt hält Storm seine Nase in den Wind. Seine Augen leuchten. Der belgische Schäferhund trainiert seit Monaten in der Region Casamance, wie er Sprengkörper aufspüren kann. Bald sind Storm und die anderen drei Hunde bereit für ihren ersten Einsatz. Dann unterstützen sie unsere Teams bei der Minenräumung. Entminerin Elisabeth Sambou freut sich schon auf die vierbeinigen Kollegen.
Sie mit
Hintergrund
Senegal, ein westafrikanisches Land mit über 18 Millionen Einwohnern, durchläuft eine sozioökonomische Entwicklung, die sowohl durch bedeutende Fortschritte als auch durch anhaltende Herausforderungen geprägt ist.
Nach einem starken Wirtschaftswachstum in den letzten Jahren verzeichnet das Land anhaltendes Wachstum, muss sich jedoch gleichzeitig mit hoher Staatsverschuldung und anhaltenden regionalen sowie sozialen Ungleichheiten auseinandersetzen – insbesondere zwischen städtischen und ländlichen Gebieten sowie zwischen dem Norden und dem Süden des Landes.
Die Bedürfnisse der Menschen im Senegal sind geprägt durch natürliche und klimabedingte Risiken. Überschwemmungen, Küstenerosionen und Wüstenbildung betreffen jedes Jahr Tausende von Menschen, zerstören Ernten, Wohnraum und Infrastruktur.
Der Friedensprozess in der Casamance zeigt zwar seit der Unterzeichnung historischer Friedensabkommen im Februar 2025 deutliche Fortschritte, erfordert jedoch weiterhin nachhaltige Wiederaufbaubemühungen. Die Minenräumung bleibt eine Priorität im Land: Tatsächlich sind noch immer über 1,2 Millionen Quadratmeter Land kontaminiert, was die sichere Rückkehr der Bevölkerung und die wirtschaftliche Entwicklung dieser Region, die als „Kornkammer Senegals“ gilt, behindert.
Darüber hinaus wurden in den letzten fünfzehn Jahren Verbesserungen in der Gesetzgebung erzielt, um die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderungen zu verbessern. Dennoch stehen viele von ihnen weiterhin grossen Herausforderungen in Bezug auf Inklusion und Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie Gesundheitsversorgung, Bildung und Beschäftigung gegenüber. So besuchen beispielsweise über 60 % der Kinder mit Behinderung keine Schule, was auf fehlende angepasste Infrastruktur und unzureichende Lehrerausbildung zurückzuführen ist.
