Bangladesch
In Bangladesch setzt sich Handicap International (HI) dafür ein, dass Menschen mit Behinderungen in die Gesellschaft integriert werden und leistet Unterstützung für tausende gewaltsam vertriebene Menschen aus Myanmar.
Bangladesch, Raihan, 6 Jahre alt, bekommt jede Woche Physiotherapie | © Abdun Noor / HI
Laufende Aktivitäten
Als Reaktion auf die Zuwanderung von Hunderttausenden Rohingya, die seit August 2017 aus dem Nachbarland Myanmar fliehen, leistet Handicap International in den Flüchtlingscamps in Cox’s Bazar Hilfe für Menschen in Not. Die Teams versorgen die Menschen mit Reha-Massnahmen, Prothesen und Orthesen, Stimulationstherapie für unterernährte Kinder, psychosozialer Unterstützung sowie mit Schutz vor Gewalt und Missbrauch. Handicap International engagiert sich auch im Bereich der inklusiven humanitären Hilfe: Wir stärken die Zusammenarbeit von Organisationen von Menschen mit Behinderung und schulen andere humanitäre Akteure im Kapazitätsaufbau.
Handicap International fördert die Inklusion von z.B. Menschen mit Behinderung durch Reha-Massnahmen, inklusive Beschäftigungsangebote, Berufsausbildungen, Mikrofinanzierung und Unterstützung bei der Selbstständigkeit sowie bei ihrer Mitwirkung in der Gesellschaft.
Handicap International setzt sich auch dafür ein, dass Menschen mit Behinderungen in Arbeit kommen, um ihnen finanzielle Unabhängigkeit zu ermöglichen und ihre Akzeptanz in ihren Gemeinschaften zu verbessern.
Wir arbeiten darüber hinaus mit Menschen mit Behinderungen aus katastrophengefährdeten und ökologisch fragilen Gebieten, um sie in die Planung der Katastrophenvorsorge einzubeziehen und ihren Umgang mit Katastrophen zu stärken. Handicap International verschafft zudem technische Unterstützung für inklusive Katastrophenvorsorge und stärkt zivilgesellschaftliche Organisationen. Frühmassnahmen wie sichere Evakuierungen, Reparaturen von Unterkünften, finanzielle Unterstützung, Bereitstellung von Hilfsmitteln und psychosoziale Unterstützung werden in Zusammenarbeit mit lokalen Behörden umgesetzt.
Anzahl der HI-Mitarbeiter:innen: 240
Direkte Begünstigte, die von HI 2025 unterstützt wurden: 122.674
Indirekte Begünstigte der HI-Aktivitäten 2025: 437.286
Beginn des Projekts: 1997
Einsatzbebreiche
Neuigkeiten aus den Projekten
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Am Sonntag, den 14. Mai, ist der Zyklon Mocha auf Bangladesch und Burma getroffen. Unsere Teams ermitteln derzeit das Ausmass der Schäden und die Bedürfnisse der Menschen in den Flüchtlingslagern in Cox's Bazar.
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Hintergrund
Bangladesch ist eines der am dichtesten besiedelten Länder der Welt und hat in den letzten Jahrzehnten beachtliche wirtschaftliche Fortschritte erzielt, sodass es 2015 den Status eines Landes mit niedrigem bis mittlerem Einkommen erreichte. Trotz dieses Fortschritts sieht sich das Land weiterhin mit einer komplexen humanitären Situation konfrontiert, die von anhaltender Armut, Ungleichheit, dem Klimawandel und grossflächiger Vertreibung geprägt ist.
Heute leben in Bangladesch immer noch Millionen Menschen unter prekären Bedingungen. Obwohl die Armutsraten insgesamt gesunken sind, bestehen weiterhin erhebliche Ungleichheiten. Viele Gemeinschaften, insbesondere in ländlichen und katastrophengefährdeten Gebieten, haben weiterhin nur eingeschränkten Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen.
Bangladesch ist in hohem Masse den Auswirkungen des Klimawandels ausgesetzt. Häufige Zyklone, Überschwemmungen, Erdrutsche und Flusserosionen verursachen regelmässig weitreichende Schäden an Wohnhäusern, Infrastruktur und Lebensgrundlagen. Grosse Teile des Landes werden während der Monsunzeit jedes Jahr überflutet, was zu wiederholten Vertreibungen und Einkommensverlusten führt. Diese klimabedingten Katastrophen treffen die gefährdetsten Bevölkerungsgruppen – darunter auch Menschen mit Behinderungen – besonders hart, da diese oft auf zusätzliche Hindernisse beim Zugang zu Hilfe stossen.
Eine der grössten humanitären Herausforderungen bleibt die anhaltende Rohingya-Flüchtlingskrise. Bangladesch beherbergt über eine Million Rohingya-Flüchtlinge, die vor der Gewalt im Nachbarland Myanmar geflohen sind, wobei der Grossteil von ihnen in Lagern in Cox’s Bazar lebt. Insbesondere Frauen, Kinder und Menschen mit Behinderungen sind gefährdet.
