Burkina Faso
Burkina Faso steckt seit mehreren Jahren in einer humanitären Krise. Handicap International (HI) unterstützt Menschen, die Gewalt erlebt haben und hilft dabei insbesondere Binnenvertriebenen.
Eine Einschulung in Burkina Faso | © Olivier Czar Katona / HI
Laufende Aktivitäten
Vor dem Hintergrund einer weitverbreiteten Krise und massiver Fluchtbewegungen geht Handicap International auf die dringenden humanitären Bedürfnisse von Menschen ein, die von Gewalt betroffen sind. Wir unterstützen mit psychosozialen Hilfsangeboten für Binnenvertriebene und aufnehmende Gemeinden. Zudem führen wir Aufklärungskampagnen zu psychologischer Erster Hilfe in Gemeinden und für Gesundheitsfachkräfte durch.
Handicap International arbeitet außerdem an Schutzmaßnahmen für Kinder und Überlebende von geschlechtsspezifischer und sexueller Gewalt. Darüber hinaus verbessern wir die Lebensbedingungen von Menschen in prekären Situationen, indem wir den Zugang zu sicheren und geeigneten Unterkünften erleichtern.
Zusätzlich unterstützt Handicap International Haushalte in den Grenzregionen zwischen Burkina Faso und Niger, indem wir den sozialen Zusammenhalt der Gemeinden stärken. Dazu gehört, dass wir Familien dabei helfen, ihre Lebensgrundlagen und ihre Grundbedürfnisse zu sichern. Um Unfälle zu verhindern, organisiert Handicap International Aufklärungskampagnen über die Gefahr von Minen und Munitionsresten, deren Präsenz durch Konflikte mit bewaffneten Gruppen zunimmt.
Darüber hinaus baut Handicap International in Burkina Faso logistische Expertise auf, um den humanitären Zugang zu den abgelegensten oder isoliertesten Regionen des Landes zu erleichtern. Dadurch soll die Zahl der Menschen, die von Hilfsleistungen profitieren, erhöht werden.
Schließlich trägt HI dazu bei, ein regionales Netzwerk für Rehabilitationsmaßnahmen aufzubauen und es in das nationale Gesundheitssystem zu integrieren. Im Rahmen dieser Arbeit bildet Handicap International Gesundheitsfachkräfte im Bereich Reha aus und hilft vor allem bestimmten Patient*innen wie sehr jungen Kindern mit dem Risiko, eine Behinderung zu entwickeln. HI arbeitet auch mit Gesundheitszentren und Organisationen von Menschen mit Behinderungen zusammen, um Tausenden Menschen Zugang zu fachlicher Unterstützung zu ermöglichen.
- Anzahl der HI-Mitarbeiter:innen: 103 Personen
- Anzahl der direkten Begünstigten, die von HI 2025 unterstützt wurden: 91.954 Personen
- Anzahl der indirekten Begünstigten, die von HI 2025 unterstützt wurden: 452.128 Personen
- Startdatum des Programms: 1991
Neuigkeiten aus den Projekten
Flore, Transportbegleiterin: eine Frau, die sich keine Grenzen setzt
Flore ist verantwortlich für den Transport von humanitären Hilfsgütern nach Burkina Faso unter schwierigen Sicherheitsbedingungen. Porträt einer engagierten Frau, die ihren Beruf liebt.
Bildung, Mädchen, Behinderung: Handicap International engagiert sich gegen Ausgrenzung
Nach Durchführung einer Studie, die in Burkina Faso, Mali und Niger realisiert wurde, warnen wir vor der Ausgrenzung von Mädchen mit Behinderung von der Schule. Weltweit ist die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen mit Behinderung Analphabetinnen sind, dreimal so hoch wie bei Männern ohne Behinderung. Um die Öffentlichkeit für dieses Problem zu mobilisieren, rufen wir dazu auf, die Petition #School4all zu unterschreiben: Alle Kinder haben das Recht auf Bildung.
Ein neues Bein für Alassane
Die Geburt eines Kindes ist für die Eltern und den ganzen Familien- und Bekanntenkreis immer ein Moment grossen Glücks… Doch für die Eltern Alassanes fällt einige Monate nach seiner Geburt ein dunkler Schatten auf dieses Glück, als bei ihm eine schwere Infektionskrankheit festgestellt wird. Bei ihrem Sohn muss notfallmässig das rechte Bein amputiert werden!
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Hintergrund
Burkina Faso, ein Sahelland mit über 23 Millionen Einwohnern, durchlebt seit mehreren Jahren eine schwere humanitäre Krise, die durch eine kontinuierliche Verschlechterung der Sicherheit, Klimawandel und anhaltende sozioökonomische Herausforderungen geprägt ist.
Im Jahr 2026 sind fast 4,5 Millionen Menschen im Land auf humanitäre Hilfe angewiesen. Dies stellt eine leichte Verbesserung im Vergleich zu 2025 dar, doch die Lage bleibt für Millionen von Menschen, insbesondere für Binnenvertriebene und aufnehmende Gemeinden, kritisch.
Trotz anhaltenden Wirtschaftswachstums sieht sich das Land weiterhin großen strukturellen Herausforderungen gegenüber. Infolgedessen betrifft extreme Armut fast ein Viertel der Bevölkerung, wobei es erhebliche Unterschiede zwischen ländlichen und städtischen Gebieten gibt.
Anhaltende Unsicherheit, Gewalt und Angriffe bewaffneter nichtstaatlicher Gruppen destabilisieren das Land weiter. Trotz der Bemühungen der Behörden und der internationalen Gemeinschaft bleibt die Sicherheitslage instabil und die Risiken für die Zivilbevölkerung nehmen zu. Diese Unsicherheit betrifft besonders die Gemeinden im Norden und Osten des Landes und führt zu massiven Fluchtbewegungen im Land. In der Folge wurden mehr als 2 Millionen Menschen gezwungen, ihre Häuser zu verlassen, was Burkina Faso zum Land mit der größten Anzahl an Binnenvertriebenen in der Sahelregion macht.
Darüber hinaus sind in Burkina Faso mehr als 2,2 Millionen Menschen von Nahrungsmittelunsicherheit betroffen und fast 1,9 Millionen Kinder haben aufgrund von Unsicherheit und Zwangsumsiedlungen keinen Zugang zu Bildung. Menschen mit Behinderung bleiben oft marginalisiert und haben erhöhte Schwierigkeiten, Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen und Schutz zu erhalten.
Die humanitären Bedürfnisse sind enorm: Schutz der Zivilbevölkerung, Zugang zu sauberem Trinkwasser, Gesundheitsversorgung, Bildung, psychosoziale Unterstützung usw. Die Widerstandsfähigkeit der Gemeinden und die Solidarität lokaler Akteure werden vor dem Hintergrund sinkender internationaler Hilfsgelder stark auf die Probe gestellt.
