Palästinensische Gebiete

Handicap International (HI) leistet humanitäre Hilfe für die besonders schutzbedürftigen Bevölkerungsgruppen im Westjordanland und im Gazastreifen – in einem äusserst instabilen und von Unsicherheit geprägten Umfeld.

Ein Junge mit Beinprothese übt Laufen an zwei Gehstangen. Zwei Physiotherapeutinnen unterstützen ihn.

HI

Laufende Aktivitäten

Handicap International ist seit 1996 in den Palästinensischen Gebieten tätig. Zunächst unterstützte Handicap International lokale Gruppen, die sich für Menschen mit Behinderungen einsetzen. 1999 startete Handicap International ein neues Programm, um die Bevölkerung über die Gefahren von Landminen und anderen nicht explodierten Kriegsresten aufzuklären. Die Projekte wurden in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern umgesetzt. Darüber hinaus reagierte Handicap International auf die aufeinanderfolgenden Krisen in den Palästinensischen Gebieten und in Israel, insbesondere in den 2000er-Jahren.

Nach der Eskalation des Konflikts am 7. Oktober 2023 hat Handicap International ihre Nothilfe im Gazastreifen erheblich ausgeweitet. Die Massnahmen konzentrieren sich auf vier zentrale Bereiche: Rehabilitation sowie Prothetik und Orthetik mit begleitender psychosozialer Unterstützung, Aufklärung über die Risiken von explosiven Kriegsresten und Erfassung kontaminierter Gebiete, Unterstützung von Kindern durch Freizeit- und Spielangebote sowie inklusive Bildung in Notsituationen.

Atlas Logistik – die operative Logistikeinheit von Handicap International – betreibt mehrere Logistikplattformen, um die Lagerung und Verteilung humanitärer Hilfsgüter für Hilfsorganisationen sicherzustellen, die im Gazastreifen tätig sind.

Im Januar 2025 eröffnete Handicap International ausserdem zwei Zentren für Prothetik und Orthetik im Gazastreifen, in denen Prothesen für Menschen mit Amputationen hergestellt und angepasst werden.

Parallel dazu führt Handicap International Schulungen zur Aufklärung über die Risiken explosiver Kriegsreste durch. Zudem bewertet die Organisation das Ausmass der Belastung durch Blindgänger, um die erforderlichen Räumungsmassnahmen zu unterstützen.

Da viele Menschen wiederholt vertrieben wurden und unter prekären Bedingungen leben, setzt Handicap International mobile Teams ein, die die Betroffenen direkt in den Flüchtlings- und Vertriebenencamps aufsuchen. Dort bieten sie täglich Rehabilitationsmassnahmen sowie psychosoziale Unterstützung an.

Anzahl der Mitarbeitenden von Handicap International: 140

Startdatum des Programms: 1996

Anzahl der von Handicap International im Jahr 2025 unterstützten Begünstigten: 340.000 Menschen

Einsatzbebreiche

Neuigkeiten aus den Projekten

Hilfsorganisationen fechten drohende Ausweisung vor Israels Oberstem Gericht an
© K.Nateel / HI
Advocacy-Arbeit Nothlife

Hilfsorganisationen fechten drohende Ausweisung vor Israels Oberstem Gericht an

Ein grosser Teil der humanitären Hilfe, von der die Zivilbevölkerung in den besetzten palästinensischen Gebieten abhängig ist, steht vor dem Aus.

Als Kind mit Behinderung in Gaza: Basheers Leben unter Bomben
© Khalil Nateel / HI
Inklusion Nothlife

Als Kind mit Behinderung in Gaza: Basheers Leben unter Bomben

Die Geschichte des elfjährigen Basheer aus Gaza zeigt, wie Kinder mit Behinderungen ihren Alltag unter Bomben erleben. Sie unterstreicht auch die Bedeutung von Organisationen wie Handicap International, die sich dafür einsetzen, ihnen wieder ein normales Leben zu ermöglichen.

53 International NGOs warn Israel’s recent registration measures will impede critical humanitarian action. 
© Khalil Nateel
Nothlife

53 International NGOs warn Israel’s recent registration measures will impede critical humanitarian action. 

International humanitarian organizations operating in the occupied Palestinian territory warn that Israel’s recent registration measures threaten to halt INGO operations at a time when civilians face acute and widespread humanitarian need, despite the ceasefire in Gaza.On 30 December, 37 INGOs received official notification that their registrations would expire on 31 December 2025. This triggers a 60-day period after which INGOs would be required to cease operations in Gaza and the West Bank, including East Jerusalem.

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Hintergrund

Karte des HI-Einsatzes in den palästinensischen Gebieten - HI

Die palästinensische Bevölkerung lebt seit Jahrzehnten unter äusserst schwierigen Bedingungen. Ursache dafür sind der anhaltende Konflikt zwischen Israel und den De-facto-Behörden im Gazastreifen sowie die langjährige Besetzung des Gazastreifens.

Auch die Menschen im Westjordanland geraten angesichts der sich weiter verschärfenden sozioökonomischen Lage zunehmend in Not. Fehlende Beschäftigungsmöglichkeiten, Einschränkungen beim Personen- und Warenverkehr sowie überlastete öffentliche Dienstleistungen, die den Bedarf nicht decken können, erschwert es der Zivilbevölkerung selbst ihre grundlegenden Bedürfnisse zu erfüllen.

Die Angriffe auf Israel am 7. Oktober 2023, bei denen rund 1.200 Menschen getötet wurden, lösten umfangreiche Luftangriffe und Bodeneinsätze zwischen den israelischen Streitkräften und palästinensischen bewaffneten Gruppen aus, die den Gazastreifen weitgehend verwüstet haben. Im Gazastreifen wurden mindestens 72.000 Menschen aus den palästinensischen Gebieten getötet und weitere 172.000 verletzt. Der Konflikt hat zudem zu einem massiven Anstieg an Behinderungen geführt: Schätzungsweise 5.000 bis 6.000 Menschen mussten allein in den vergangenen zweieinhalb Jahren amputiert werden.

Das im Oktober 2025 vereinbarte Waffenstillstandsabkommen wird Berichten zufolge nahezu täglich verletzt. Trotz der Waffenruhe sollen mehr als 700 Menschen aus den palästinensischen Gebieten infolge anhaltender Kampfhandlungen ums Leben gekommen sein, unzählige weitere wurden verletzt. Die Grenzübergänge nach Gaza funktionieren weiterhin nicht wie angekündigt, sodass nur begrenzte Hilfslieferungen in den Gazastreifen gelangen. Dies hat zu Treibstoffknappheit und steigenden Preisen geführt und die Abhängigkeit der Bevölkerung von humanitärer Hilfe weiter erhöht. Seit Februar 2025 ist Handicap International daran gehindert, lebenswichtige humanitäre Hilfe zu leisten. Nur noch wenige Krankenhäuser sind in der Lage, medizinische Versorgung anzubieten.

Auch im Westjordanland hat die Gewalt deutlich zugenommen. Zwischen dem 7. Oktober 2023 und dem 15. März 2026 wurden im Westjordanland, einschliesslich Ost-Jerusalems, mehr als 1.000 Menschen getötet. Darüber hinaus wurden infolge anhaltender Militäroperationen und zunehmender Gewalt durch Siedler mehr als 30.000 Menschen vertrieben.

Einsatzländer

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