Ruanda

In Ruanda setzt sich Handicap International (HI) für die bessere Inklusion von Kindern mit Behinderungen in Schulen sowie für die Förderung von Mädchen durch Sport ein. Handicap International führt Projekte durch, um die Lebensqualität von Kindern mit Behinderung oder mit Risiko für Entwicklungsverzögerungen zu verbessern. Zudem entwickelt HI 3D-Drucktechnologien, um möglichst viele Menschen mit Prothesen und Orthesen zu versorgen.

Ein kleiner Junge mit zwei Beinprothesen ist dabei zu sehen, wie er einen Ball schießt.

Longini hier beim Fußballspielen auf dem Schulhof. Zuvor hat er von uns neue Prothesen bekommen. | © S. Wohlfahrt / HI

Laufende Aktivitäten

In Ruanda arbeitet HI mit nationalen Partnern zusammen, um Kinder mit Behinderung besser im Alltag zu integrieren. Im Rahmen dieses Projekts unterstützt Handicap International die Partnerorganisationen dabei, Barrieren zu erkennen und abzubauen, die Kindern mit Behinderungen den Zugang zu Bildung erschweren. Zudem stellen wir Materialien bereit, um inklusivere Lehrmethoden zu fördern. Gleichzeitig setzt sich HI in drei Distrikten des Landes für die Förderung der Gleichberechtigung von Mädchen und Frauen durch Sport ein. Das Projekt, das in Schulen und Gemeinschaftsclubs umgesetzt wird, fördert inklusiven Sport für alle Kinder – insbesondere Mädchen.

Handicap International unterstützt auch Kinder mit Behinderung oder Entwicklungsverzögerungen unter 12 Jahren durch Aktivitäten, um ihre Entwicklung und Lebensqualität zu verbessern. Diese Aktivitäten finden in vier der ärmsten Distrikte des Landes mit den höchsten Raten an Unterernährung statt. Das Projekt umfasst die Schulung von Fachkräften im Gesundheitswesen in der vor- und nachgeburtlichen Betreuung sowie in der Rehabilitation, um Behinderungen frühzeitig zu erkennen und das Bewusstsein der Familien zu schärfen. So können sich Neugeborene gut entwickeln. Wir unterstützen darüber hinaus Familien mit Projekten für ihr Wohlbefinden, ihre psychische Gesundheit und zur Förderung der gesunden Entwicklung ihrer Kinder.

Zudem arbeitet HI daran, Flüchtlingen und Aufnahmegemeinden Zugang zu hochwertigen und erschwinglichen orthopädischen Hilfsmitteln zu gewährleisten. Dabei geht es vor allem um die Entwicklung von 3D-Drucktechnologien zur Herstellung von Prothesen und Orthesen.

  • Anzahl der HI-Mitarbeiter: 28
  • Direkte Begünstigte, die von HI 2025 unterstützt wurden: 37.104
  • Indirekte Begünstigte der Arbeit von HI 2025: 181.500
  • Startdatum des Programms: 1994

Einsatzbebreiche

Neuigkeiten aus den Projekten

Projektreise nach Ruanda
© HI
Inklusion

Projektreise nach Ruanda

Unser Geschäftsleiter Daniel Suda-Lang und ein Mitglied unseres Vorstands, Jean-Marc Dougoud, sind nach Ruanda gereist, um unsere Projekte gegen Gewalt aufgrund von Geschlecht, Alter oder Behinderung zu besuchen. Während der einwöchigen Reise hatten sie die Gelegenheit, unsere Teams vor Ort zu treffen und sich mit den von uns unterstützten Menschen auszutauschen.

Covid-19 in Ruanda: Handicap International bietet "Online"-Rehabilitationssitzungen an
© HI
Nothlife Rehabilitation

Covid-19 in Ruanda: Handicap International bietet "Online"-Rehabilitationssitzungen an

Im Zusammenhang mit der Covid-19-Epidemie, von der auch Ruanda betroffen ist, haben wir seit März 2020 eine virtuelle Plattform eingerichtet, die es Patient*innen ermöglicht, Physiotherapie-Sitzungen aus der Ferne zu verfolgen.

Ruanda : Schulstunden im TV
© HI
Nothlife

Ruanda : Schulstunden im TV

Auch Ruanda ist von der Coronavirus-Pandemie und Ausgangssperren betroffen. Unsere Teams klären auf und verteilen Schutzmasken sowie Lebensmittel. Ausserdem bieten sie Online-Kurse im Fernsehen für Schüler/-innen mit Behinderung an. 

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Hintergrund

Karte des HI-Einsatzes in Ruanda

Ruanda ist ein kleines Land ohne Meerzugang mit einer hügeligen und fruchtbaren Landschaft und einer dichten Bevölkerung von etwa 12,5 Millionen Menschen. Der politische, soziale und wirtschaftliche Kontext Ruandas wurde durch den Völkermord an den Tutsi im Jahr 1994 tiefgreifend geprägt, bei dem mehr als 800.000 Menschen ihr Leben verloren. Seitdem erlebt das Land eine Phase politischer Stabilität und allgemeiner Sicherheit sowie ein anhaltendes Wirtschaftswachstum. Das Pro-Kopf-Einkommen ist zwischen 1990 und 2019 um 130,9 % gestiegen. Ruanda strebt an, bis 2035 ein Land mit höherem mittlerem Einkommen zu werden – dank ehrgeiziger Entwicklungs- und Armutsbekämpfungsstrategien.

Dennoch bestehen strukturelle Herausforderungen: Die Infrastruktur ist noch begrenzt, der Zugang zu Elektrizität ungleich verteilt und die Wirtschaft ist von internationaler Hilfe abhängig. Trotz Fortschritten in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Wohnen haben viele vulnerable Gruppen, insbesondere Menschen mit Behinderungen, Schwierigkeiten, Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen zu erhalten und sich vollständig in die Gesellschaft zu integrieren.

Auf humanitärer Ebene beherbergt Ruanda mehr als 135.000 Geflüchtete, vor allem aus der Demokratischen Republik Kongo, wo bewaffnete Konflikte zu massiven Bevölkerungsvertreibungen und einer schweren humanitären Krise geführt haben. Die Integration dieser besonders vulnerablen Bevölkerung und ihr Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen und humanitärer Hilfe stellen grosse Herausforderungen für das Land dar.

Einsatzländer

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Avenue de la Paix 11, 1202 Genf
+41 (0)22 788 70 33
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