Als Kind mit Behinderung in Gaza: Basheers Leben unter Bomben

Inklusion Nothlife
Palästinensische Gebiete

Die Geschichte des elfjährigen Basheer aus Gaza zeigt, wie Kinder mit Behinderungen ihren Alltag unter Bomben erleben. Sie unterstreicht auch die Bedeutung von Organisationen wie Handicap International, die sich dafür einsetzen, ihnen wieder ein normales Leben zu ermöglichen.

Basheer zu Hause

Basheer zu Hause | © Khalil Nateel / HI

Bei Basheer wurde im Alter von vier Jahren Muskeldystrophie diagnostiziert. Die Krankheit schwächte nach und nach seine Muskeln und beeinträchtigte seine Fähigkeit, selbstständig zu gehen, zu atmen und sich zu bewegen. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich stetig. Bereits im Alter von neun Jahren litt er an chronischer Ateminsuffizienz und erheblichen Lungenproblemen

Ein Kind mit Behinderung inmitten eines bewaffneten Konflik

Als 2023 der Krieg ausbrach, wurden Basheer und seine Familie mehrmals vertrieben: von Gaza-Stadt nach Rafah und schliesslich nach Deir al-Balah. Während dieser Vertreibungen verschlechterte sich Basheers Gesundheitszustand dramatisch: Er verlor die Fähigkeit zu gehen, seine Wirbelsäule verkrümmte sich und er bekam Druckstellen.

Seine Eltern beschreiben einen Zustand völliger körperlicher und emotionaler Erschöpfung – noch verschlimmert dadurch, dass Basheer seit zwei Jahren keine Medikamente mehr erhalten hat. Dass sie in einem Zelt leben, das bei Regen überflutet wird und dabei ihre Matratze durchnässt, verstärkt ihr Elend noch. Basheers Vater, ein ehemaliger Küchenchef, verlor seine Arbeit. Dadurch verschlechterte sich die ohnehin prekäre finanzielle Lage der Familie noch weiter, und der Zugang zu medizinischer Versorgung wurde unmöglich.

Zur Schule gehen: eine grosse Herausforderung

Vor dem Krieg hatten viele Schulen sich geweigert, Basheer aufzunehmen, weil er aufgrund seiner Erkrankung ein hohes Mass an Unterstützung benötigt. Doch die Beharrlichkeit seiner Mutter zahlte sich schliesslich aus: Eine Schule verlegte ihr Klassenzimmer sogar ins Erdgeschoss, um ihm den Zugang zu erleichtern.

Ein wichtiger Wendepunkt kam, als Basheer in ein Lernzentrum aufgenommen wurde. Zum ersten Mal blühte er auf. Er war erfolgreich in der Schule und nahm an Freizeitaktivitäten teil, die seinen körperlichen Fähigkeiten entsprachen. Er gewann an Selbstvertrauen und entwickelte ein tiefes Gefühl der Zugehörigkeit – endlich fühlte er sich wie die anderen Kinder.

Ein Kind mit Träumen

Als er gefragt wurde, was er als Erstes tun würde, wenn er geheilt wäre, antwortete Basheer:

«Ich würde allein zur Schule gehen, im Meer schwimmen und Rollschuhe tragen.»

Heute lebt die Familie in einem Zelt in der Nähe des Al-Aqsa-Spitals in Deir al-Balah. Die andauernden Bombardierungen und Angriffe auf die Umgebung versetzen Basheer in ständige Panik.

Trotz des Traumas und der Gefahr beschreiben seine Eltern ihn als intelligentes und liebevolles Kind, das voller Hoffnung gegen seine Ängste kämpft. Seine Mutter betrachtet ihn sowohl als Geschenk als auch als grosse Verpflichtung, die sie mit aller Kraft zu schützen verspricht. Sie ist überzeugt, dass er «jemand ganz Besonderes» werden wird, wenn er erwachsen ist.

Die Rückkehr in die Schule

Basheers grösster Erfolg ist es heute, wieder zur Schule gehen zu können. Dank der Unterstützung des Lernzentrums kann er wieder Kind sein und träumen. Basheer profitiert auch von den Bildungs- und Freizeitaktivitäten, die das Team von Handicap International anbietet.

28 Januar 2026
Einsatzländer
HELFEN
Sie mit

Lesen sie weiter

Libanon: Die Zivilbevölkerung zahlt den höchsten Preis
Gilles Lordet / HI
Nothlife

Libanon: Die Zivilbevölkerung zahlt den höchsten Preis

Die humanitäre Hilfsorganisation Handicap International (HI) macht auf die dramatische Situation der Zivilbevölkerung im Libanon aufmerksam. Ganze Gemeinden sind auf der Flucht, Notunterkünfte sind überfüllt, zivile Infrastruktur ist beschädigt oder zerstört und die Versorgungslage verschlechtert sich zunehmend. Menschen mit Behinderungen sind besonders stark betroffen: Viele können ohne Unterstützung nicht fliehen und verlieren häufig ihr Versorgungsnetzwerk. HI fordert einen uneingeschränkten, sicheren, sofortigen und ungehinderten Zugang zu humanitärer Hilfe für alle von der Gewalt betroffenen Menschen.

Hilfsorganisationen fechten drohende Ausweisung vor Israels Oberstem Gericht an
© K.Nateel / HI
Advocacy-Arbeit Nothlife

Hilfsorganisationen fechten drohende Ausweisung vor Israels Oberstem Gericht an

Ein grosser Teil der humanitären Hilfe, von der die Zivilbevölkerung in den besetzten palästinensischen Gebieten abhängig ist, steht vor dem Aus.

Handicap International verpflichtet sich zur Reduzierung des CO2-Fussabdrucks
© F. Roque/HI
Gesundheit und Prävention Nothlife Rechte von menschen mit behinderungen und politik

Handicap International verpflichtet sich zur Reduzierung des CO2-Fussabdrucks

2026 bekräftigt die Organisation ihre Verpflichtung zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen.

 

Kontakt

Handicap International Schweiz
Avenue de la Paix 11, 1202 Genf
+41 (0)22 788 70 33
[email protected]

Uns kontaktieren

IBAN: CH66 0900 0000 1200 0522 4

 
 

Suchbegriff eingeben

 
 

Unser Netzwerk

 
 

Folgen Sie uns