Europas Fussball vereint gegen die Bombardierung von Zivilisten

Minen und andere Waffen Stop Bombing Civilians
International

Wenn Real Madrid und der FC Sevilla am Dienstag, 9. August, beim UEFA Super Cup im norwegischen Trondheim gegeneinander antreten, wird die UEFA Kinderstiftung gemeinsam mit HI die Gelegenheit nutzen, Einsätze von Explosivwaffen in bevölkerten Gebieten zu verurteilen. Während der Eröffnungszeremonie werden die Kapitäne beider Teams von zwei Kindern mit Behinderung begleitet, die aus Afghanistan und Syrien stammen und nun als Flüchtlinge in Norwegen leben. Gemeinsam werden sie die Pokale der UEFA Europa League und der UEFA Champions League auf den Platz tragen.

Sayed (links) und Ismail (rechts) sind zwei Kinder die nach Norwegen im April 2016 geflüchtet sind. Heute Abend werden sie die ersten Kinder mit Behinderung In der Fussballgeschichte, die Spieler auf dem Feld begleiten werden | (c) Handicap International

Mit dieser Aktion unterstützt die UEFA Kinderstiftung die Arbeit der Hilfsorganisation Handicap International. Diese setzt sich weltweit für die Rechte und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung ein. Die Stiftung unterstützt ausserdem die Internationale Kampagne von HI gegen die Bombardierung von Zivilistinnen und Zivilisten, unter der besonders Kinder leiden müssen.  In der Halbzeit des Spiels wird ein Film, an dem Spieler beider Teams beteiligt sind, die Botschaft „Stop Bombing Civilians“ – „Stoppt die Bombardierung der Zivilbevölkerung!“ vermitteln und damit die untragbare Bedrohung für Millionen von Menschen weltweit verurteilen. Die meisten Opfer von Bombenangriffen stammen aus der Zivilbevölkerung und so wird der Film daran erinnern, wie wichtig es ist, diese Menschen durch die konsequente Umsetzung völkerrechtlicher Konventionen zu unterstützen.

Zeitgleich startet HI eine öffentliche Kampagne und ruft die Öffentlichkeit auf, die Petition zu unterzeichnen. 

 

 

Die Bombardierung von Wohngebieten ist kein Krieg  - sondern ein Verbrechen!

Allein 2015 wurden laut einer Studie von Action on Armed Violence fast 44'000 Menschen durch Explosivwaffen verletzt oder getötet. Davon stammen 76 % aus der Zivilbevölkerung – diese Zahl steigt auf 92 % an, wenn explosive Waffen in bevölkerten Gebieten eingesetzt werden.

In den jüngsten Konflikten werden Explosivwaffen (also Fliegerbomben, Streubomben, Raketen, Artilleriegranaten, Mörser etc.) massiv eingesetzt und verursachen jedes Jahr Zehntausend neue zivile Opfer. Die Überlebenden tragen oft Verletzungen davon, die zu Amputationen und lebenslangen Behinderungen führen, ausserdem erleiden sie schwere psychische Traumata. Die Bomben zerstören Wohnhäuser, Schulen, Krankenhäuser. Wenn die Konflikte vorbei sind, bedrohen nicht explodierte Waffen die Sicherheit der Menschen und verhindern den Wiederaufbau. Damit stürzen sie die Betroffenen in extreme Armut.

Laut Internationalem Völkerrecht dürfen weder die Zivilbevölkerung noch zivile Gebäude das Ziel von Angriffen der Konfliktparteien sein. Jeder Angriff muss zwischen der Zivilbevölkerung und Kämpfenden unterscheiden. Dennoch werden in aktuellen Konflikten regelmässig explosive Waffen mit grossem Wirkradius in bevölkerten Gebieten eingesetzt.  Dieses Vorgehen tötet und verstümmelt unzählige Menschen und stellt eine schwere Verletzung des Völkerrechts dar.

UEFA/Handicap International


Über die UEFA-Kinderstiftung

Die Stiftung wurde im April 2015 gegründet, um dem Ziel der UEFA nach einer aktiveren Rolle in Gesellschaft und Gemeinschaften gerecht zu werden. Die Stiftung nutzt Sport und insbesondere Fussball, um humanitäre Projekte für Kinderrechte zu unterstützen. Die Stiftung bietet Unterstützung in den Bereichen Gesundheit und Bildung und fördert den Zugang zu sportlichen Aktivitäten, um die persönliche Entwicklung von Kindern und die Integration von Minderheiten zu fördern. Sie engagiert sich auch für die Sicherung von Kinderrechten. Weitere Informationen: uefafoundation.org

9 August 2016
Einsatzländer

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Handicap International wurde am 19. Juli 1982 in einem Flüchtlingslager in Thailand gegründet. Mit der ersten Hilfsaktion haben wir Zivilist:innen unterstützt, die durch die Explosion von Antipersonenminen verstümmelt wurden. 40 Jahre später zählt unsere Organisation mehr als 5000 Mitarbeiter:innen, die sich in rund 60 Ländern für eine solidarische und inklusive Welt einsetzen. 40 Jahre Engagement, um Menschen mit Behinderungen zu begleiten, die Achtung ihrer Würde zu fördern und ihre Grundrechte zu verteidigen.