Handicap International unterstützt eine Geflüchtete aus Burkina Faso in Togo
Die 48-jährige Awa* floh nach einem bewaffneten Angriff aus Burkina Faso in den Norden Togos. Dank Handicap International erhielt sie medizinische und psychosoziale Unterstützung.
Awa, die nach ihrer Flucht aus Burkina Faso in Togo Zuflucht gefunden hat. | © L. Mensah / HI
Die Situation in der Sahelzone ist von anhaltender Gewalt und massiven Vertreibungen geprägt. Mehr als zwei Millionen Menschen sind vor der Gewalt geflohen und leben teilweise in Lagern für Vertriebene. Die Region befindet sich in einer schweren humanitären Krise: Millionen von Menschen sind auf Nothilfe angewiesen, während immer mehr Menschen von Hunger bedroht sind.
Fliehen, um zu überleben
Awa* (48) lebte in Koudougou, Burkina Faso. Die Mutter von acht Kindern verdiente ihren Lebensunterhalt als Getreidebäuerin und -händlerin. Doch dann geriet alles aus den Fugen:
Bewaffnete Männer überfielen ihr Dorf, schossen auf die Bewohner:innen und steckten die Häuser in Brand. Awas ältester Sohn, der 25 Jahre alt war und gerade die Matura bestanden hatte, wurde vor ihren Augen getötet.
Awa selbst wurde am Arm angeschossen und für tot zurückgelassen.
Sie wurde notfallmässig ins Spital gebracht und anschliessend zur weiteren Behandlung in die Nachbarstadt Tenkodogo verlegt. Nachdem sich ihr Zustand stabilisiert hatte, verliess ihre Familie die Region und kehrte nie mehr ins Dorf zurück.
Medizinische und psychosoziale Unterstützung
Im Februar 2025 fand Awa Zuflucht in Cinkassé im Norden Togos – körperlich und seelisch am Ende ihrer Kräfte.
Bei ihrer Ankunft erhielt sie von Handicap International Soforthilfe, darunter ein Nothilfe-Kit mit Reis, Öl, Keksen, Seife und einem Moskitonetz.
Von Handicap International geschulte Freiwillige aus der Gemeinschaft erkannten ihre Situation rasch und vermittelten ihr Zugang zu medizinischer Versorgung. Ihr Arm, der beim Angriff schwer verletzt worden war, war bis dahin nicht richtig behandelt worden.
Alassane Inoussa, einer der geschulten Freiwilligen, berichtete:
Parallel dazu erhielt Awa psychologische Erste Hilfe. Sie war schwer traumatisiert: Schon das leiseste Geräusch liess sie zusammenzucken, und die Bilder des Angriffs liessen sie nicht los.
Heute lebt Awa mit ihrer jüngsten Tochter zusammen, die 18 Jahre alt ist und inzwischen als Schneiderin arbeitet. Dank lokaler Solidarität und bescheidener familiärer Unterstützung kommen sie über die Runden.
Ein Projekt für schutzbedürftige Menschen
-
Psychologische Erste Hilfe und psychosoziale Unterstützung
-
Unterstützung von Menschen in besonders verletzlichen Situationen
-
Geldtransfers (Gutscheine)
-
Hygiene- und Sanitärsets
-
Besondere Aufmerksamkeit gilt unbegleiteten Kindern sowie Kindern, die nicht zur Schule gehen oder über keine zivilen Dokumente verfügen.
* Vorname aus Sicherheitsgründen geändert.
Nehmen Sie mit uns Kontakt auf
Nadia Ben Said
Verantwortliche Medien
(FR/DE/EN)
Tel : +41 22 710 93 36
[email protected]
