Hilfe für Opfer des Tsunamis in Indonesien

Nothlife
Indonesien

Ein Erdbeben und anschliessender Tsunami haben vor einigen Tagen das Zentrum des indonesischen Archipels getroffen und mehr als 1'000 Menschen getötet. Während sich die HI-Teams auf den Nothilfe-Einsatz vorbereiten, erläutert Pauline Falipou, HI-Physiotherapeutin und Notfallspezialistin, den Bedarf an Reha bei derartigen Katastrophen.

Mehrere Menschen fahren an einem auf Grund gelaufenen Boot und zerstörten Gebäuden in Palu vorbei, nachdem ein Erdbeben und anschließender Tsunami die Stadt am 1. Oktober 2018 traf | © AFP Photo / Jewel Samad

Welche Bedürfnisse haben die von einem Tsunami betroffenen Menschen?
 

Hier stehen wir vor zwei Katastrophen gleichzeitig: einem Erdbeben und einem Tsunami.  In diesem Kontext ist die Sterblichkeitsrate hoch, ungefähr 1.200 Menschen sind bereits tot. Die Mehrheit der Menschen ertrinkt. Aber man muss auch mit vielen Verletzungen rechnen: Wunden, Brüche, Kopfverletzungen und Lungeninfektionen, denn die vor dem Ertrinken geretteten Menschen haben möglicherweise verunreinigtes Wasser eingeatmet oder geschluckt. In allen Fällen ist es notwendig, dringend zu intervenieren, um den Verletzten zu helfen.

Welche Massnahmen werden ergriffen, wenn HI in der Notfallrehabilitation tätig wird?

In einer ersten Phase besucht HI die Krankenhäuser und die zahlreichen Verletzten dort. Je nach Verletzung und Traumata arbeiten wir mit Notfallteams zusammen, um die bestmögliche Versorgung der Patienten zu gewährleisten. 

Wir helfen Menschen, die vor dem Ertrinken gerettet wurden, verunreinigtes Wasser wieder auszuscheiden. Wir zeigen ihnen Übungen, um die Flüssigkeit aus der Lunge zu befördern.

Bei Frakturen und Kopfverletzungen ist es wichtig, schnell nach einer Operation mit Reha-Massnahmen zu beginnen. Wir bieten unsere Expertise bei der Durchführung der ersten Übungen an sowie bei der technischen Unterstützung mit Rollstühlen oder Krücken. Es ist sehr wichtig, dass der Patient schnell wieder mobilisiert wird, um spätere Funktionsstörungen zu vermeiden.

Pauline Falipou, Expertin für Reha, während des HI-Einsatzes in Nepal im Jahr 2015 | © HI

HI bietet auch psychologische Unterstützung an. Woraus besteht diese?

Wir arbeiten nie allein, sondern immer in Zusammenarbeit mit Psychologen, Psychosozialarbeitern und lokalen Pflegekräften. 

Die grösste Herausforderung bei Hunderten von Verletzten besteht darin, die traumatisierten Menschen zu unterstützen. Einige haben ihre Lieben sterben sehen. Anderen, wie zum Beispiel viele Kinder nach dem Erdbeben in Nepal, musste ein Arm oder Bein amputiert werden. Wieder andere haben eine Verletzung am Rückenmark und können nicht mehr laufen.

Das sind sehr schwierige Situationen, die eine Phase der Trauer und auch die Akzeptanz der neuen körperlichen Situation sowie die damit verbundene psychologische Unterstützung bei gleichzeitiger Reha erfordern. Im Moment verfolgen wir die Situation, um die Verletzungen und Traumata der Überlebenden besser einzuschätzen, um dann eine wirklich bedarfsgerechte Behandlung vorzuschlagen. 


HI ist seit 2005 im Land präsent und unterstützt regelmässig Opfer von Naturkatastrophen. HI organisiert Katastrophenschutzworkshops und Lehrgänge, um die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung zu verbessern.
 

2 Oktober 2018
Einsatzländer

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf

Nadia Ben Said
Verantwortliche Medien
(FR/DE/EN)

Tel : +41 22 710 93 36
[email protected]

HELFEN
Sie mit

Lesen sie weiter

Libanon: Die Zivilbevölkerung zahlt den höchsten Preis
Gilles Lordet / HI
Nothlife

Libanon: Die Zivilbevölkerung zahlt den höchsten Preis

Die humanitäre Hilfsorganisation Handicap International (HI) macht auf die dramatische Situation der Zivilbevölkerung im Libanon aufmerksam. Ganze Gemeinden sind auf der Flucht, Notunterkünfte sind überfüllt, zivile Infrastruktur ist beschädigt oder zerstört und die Versorgungslage verschlechtert sich zunehmend. Menschen mit Behinderungen sind besonders stark betroffen: Viele können ohne Unterstützung nicht fliehen und verlieren häufig ihr Versorgungsnetzwerk. HI fordert einen uneingeschränkten, sicheren, sofortigen und ungehinderten Zugang zu humanitärer Hilfe für alle von der Gewalt betroffenen Menschen.

Hilfsorganisationen fechten drohende Ausweisung vor Israels Oberstem Gericht an
© K.Nateel / HI
Advocacy-Arbeit Nothlife

Hilfsorganisationen fechten drohende Ausweisung vor Israels Oberstem Gericht an

Ein grosser Teil der humanitären Hilfe, von der die Zivilbevölkerung in den besetzten palästinensischen Gebieten abhängig ist, steht vor dem Aus.

Handicap International verpflichtet sich zur Reduzierung des CO2-Fussabdrucks
© F. Roque/HI
Gesundheit und Prävention Nothlife Rechte von menschen mit behinderungen und politik

Handicap International verpflichtet sich zur Reduzierung des CO2-Fussabdrucks

2026 bekräftigt die Organisation ihre Verpflichtung zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen.

 

Kontakt

Handicap International Schweiz
Avenue de la Paix 11, 1202 Genf
+41 (0)22 788 70 33
[email protected]

Uns kontaktieren

IBAN: CH66 0900 0000 1200 0522 4

 
 

Suchbegriff eingeben

 
 

Unser Netzwerk

 
 

Folgen Sie uns