Sokchea (16): Der Wunsch, vorwärtszukommen

Gesundheit und Prävention Inklusion Rehabilitation
International

Sokchea Leng lebt mit einer Zerebralparese und wuchs in der kambodschanischen Provinz Kampong Cham auf. Dank der unermüdlichen Unterstützung ihrer Mutter und der Begleitung durch die Teams von Handicap International lernte die Jugendliche zunächst gehen und konnte anschliessend die Schule besuchen. Heute setzt sie ihre Schulbildung mit grosser Entschlossenheit fort.

Sokchea Leng begrüsst die Organisation HI Kanada bei deren Besuch im inklusiven Bildungsprogramm der Primarschule Sro Nge in der Provinz Kampong Cham.

Sokchea Leng begrüsst die Organisation HI Kanada bei deren Besuch im inklusiven Bildungsprogramm der Primarschule Sro Nge in der Provinz Kampong Cham. | © S. Rae / HI

Sokchea ist ein Einzelkind und lebt allein mit ihrer Mutter Thin Phal, da ihr Vater verstarb, als sie erst wenige Monate alt war. Um für ihre Tochter zu sorgen, arbeitet die Mutter auf den Feldern.

Bei Sokchea wurde bereits bei ihrer Geburt eine Zerebralparese diagnostiziert. Ihre besorgte Mutter brachte sie daraufhin ins Spital von Phnom Penh.

«Ich machte mir grosse Sorgen um sie. Ich befürchtete, dass sie nie gehen lernen würde. Sie blieb eine Woche im Spital und wurde behandelt, erhielt jedoch keine Physiotherapie», berichtet Thin Phal, Sokcheas Mutter.

In ihren ersten Lebensjahren konnte Sokchea nicht gehen und musste ihre Mutter überallhin begleiten. Als sie zwei Jahre alt war, begaben sich Mutter und Tochter ins Rehabilitationszentrum von Kampong Cham, wo Handicap International die Betreuung übernahm. Dank jahrelanger Physiotherapie, des von der Organisation bereitgestellten Gehgestells und der täglichen Unterstützung durch ihre Mutter gewann das Mädchen nach und nach an Kraft und Gleichgewicht. Zunächst lernte sie, ihre Hände zu bewegen, dann, sich auf den Knien fortzubewegen, bevor es ihr schliesslich gelang, zu gehen und zu schreiben.

«Bevor meine Tochter ins Rehazentrum kam, konnte sie weder sitzen noch sprechen. Nach und nach hat sie gehen gelernt und fühlt sich heute besser», freut sich Thin Phal.

Mit elf Jahren kam Sokchea in die Primarschule Sro Nge. Seit 2023 begleitet Handicap International sie auf ihrem Bildungsweg, indem die Organisation ihre Inklusion fördert und ihre Lehrkräfte in inklusiver Pädagogik schult. Zudem stellt die Organisation ihr Schulmaterial zur Verfügung und trägt dazu bei, die Gebäude barrierefreier zu gestalten.

Sokcheas Bemühungen tragen Früchte.

«Ich bin wirklich froh, dass sie zur Schule gehen kann; sie hat grosse Fortschritte in der Schule gemacht. Sie hebt immer die Hand, um sich zu beteiligen, und antwortet, wenn die Lehrerin ihr eine Frage stellt. Da ich selbst nicht das Glück hatte, zur Schule zu gehen, stelle ich ihr manchmal Fragen, um mehr zu erfahren», erzählt ihre Mutter voller Stolz.

Sokchea blickt mit Entschlossenheit in die Zukunft:

«Ich bin all jenen sehr dankbar, die mir geholfen haben, insbesondere meiner Mutter, die mich seit meiner Kindheit immer unterstützt hat. Ich möchte meine Schulbildung fortsetzen, einen Beruf erlernen und dann meinerseits meiner Mutter helfen können.»

20 Juli 2026

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf

Nadia Ben Said
Verantwortliche Medien
(FR/DE/EN)

Tel : +41 22 710 93 36
[email protected]

 

Bleiben Sie informiert !

Erhalten Sie aktuelle Informationen zu unseren Aktivitäten vor Ort und unsere Notfallaufrufe.

HELFEN
Sie mit

Lesen sie weiter

Warum sind Landminen so gefährlich für die Zivilbevölkerung?
© HI
Minen und andere Waffen

Warum sind Landminen so gefährlich für die Zivilbevölkerung?

Minen töten und verstümmeln jahrzehntelang – auch wenn der Krieg längst vorbei ist. Rund 90 Prozent der Opfer kommen aus der Zivilbevölkerung. Dennoch sind Landminen wieder auf dem Vormarsch: massiver Einsatz in bewaffneten Konflikten, Rückzug von fünf Staaten aus dem Ottawa-Verbotsvertrag, neue Minenproduktion, mehr Minenopfer.

Gary Toombs, HI-Experte für Minenräumung erklärt, warum Minen so gefährlich sind und wie sich Staaten besser schützen können.

Venezuela: Nothilfe nach verheerendem Erdbeben
© Manaure QUINTERO / AFP
Nothlife Rehabilitation

Venezuela: Nothilfe nach verheerendem Erdbeben

Zwei schwere Erdbeben haben Teile Venezuelas erschüttert. Erste Schätzungen gehen von hunderten Toten, tausenden Verletzten und zehntausenden Vermissten aus. Inmitten dieser Tragödie bereiten die Teams von Handicap International (HI) ihren Einsatz vor – besonders für diejenigen, die jetzt am dringendsten Hilfe brauchen: Menschen mit Behinderungen und Schwerverletzte.

22’600 Zivilpersonen durch Explosivwaffen getötet
© T. Nicholson / HI
Minen und andere Waffen

22’600 Zivilpersonen durch Explosivwaffen getötet

Dem Explosivwaffen-Monitor zufolge wurden im Jahr 2025 22’600 Zivilpersonen durch Explosivwaffen getötet. Dies entspricht einem Rückgang von 21 % gegenüber dem Höchststand von 28’600 im Jahr 2024. Doch diese Verbesserung ist trügerisch: Sie erklärt sich durch die Waffenstillstände in Gaza und im Libanon, wo die Zivilbevölkerung jedoch nach wie vor unter Bombardierungen leidet. Überall sonst verschlechterte sich die Lage: Es gab mehr betroffene Länder, mehr Waffenarten und mehr zerstörte zivile Einrichtungen. Die Zivilbevölkerung in mindestens 65 Ländern und Gebieten litt unter dem Einsatz von Explosivwaffen.

Bleiben Sie informiert !

Erhalten Sie aktuelle Informationen zu unseren Aktivitäten vor Ort und unsere Notfallaufrufe.

 
 

Kontakt

Handicap International Schweiz
Avenue de la Paix 11, 1202 Genf
+41 (0)22 788 70 33
[email protected]

Uns kontaktieren

IBAN: CH66 0900 0000 1200 0522 4

 
 

Suchbegriff eingeben

 
 

Unser Netzwerk

 
 

Folgen Sie uns