Ukraine: wir verurteilen den Einsatz von POM-3 Minen, die von Raketen abgefeuert werden – eine neue und schreckliche Art der Verseuchung

Minen und andere Waffen Nothlife
International Ukraine

Russische Streitkräfte, die in der Ukraine kämpfen, haben in der östlichen Region Charkiw verbotene Antipersonenminen eingesetzt, berichtet Human Rights Watch. Am heutigen Internationalen Tag der Aufklärung über die Minengefahren und der Unterstützung bei der Minenräumung verurteilen wir diese barbarische Praxis.

Raketenexplosionen gehören zum Alltag in Kiew. Foto vom 17. März.

Raketenexplosionen gehören zum Alltag in Kiew. Foto vom 17. März. | © Till Mayer / HI

 «Alle Antipersonenminen töten und verletzen auf willkürliche Weise, aber die POM-3 ist aufgrund ihrer Fähigkeit, eine sich nähernde Person ohne direktes Auftreten zu erkennen, besonders willkürlich. Die von ihr weggeschleuderten Splitter mit einer Reichweite von 16 Metern sind speziell darauf ausgerichtet, die Augen, den Hals und den Schritt zu treffen.» Perrine Benoist, Leiterin der Abteilung für die Reduzierung bewaffneter Gewalt bei HI.

Human Rights Watch berichtet, dass es sich bei der von Russland eingesetzten Mine um einen neu entwickelten Typ namens POM-3 handelt. Diese Minen sind mit einem seismischen Sensor ausgestattet, um eine sich nähernde Person zu erkennen und eine Sprengladung in die Luft zu schleudern. Die Minen wurden offenbar von Raketen aus speziell konstruierten Bodenabschussvorrichtungen abgefeuert, die zu einem unbekannten Zeitpunkt auf Video aufgenommen und am 26. März in den sozialen Medien veröffentlicht wurden. Das Risiko und die Intensität der Verseuchung durch diese Remotesysteme sind sehr hoch.

«Handicap International ist empört über den jüngsten Einsatz von Antipersonenminen durch die russischen Streitkräfte in der Ukraine (Human Rights Watch berichtete). Die Zivilbevölkerung leidet zurzeit unter schweren und systematischen Bombenangriffen und wird in Zukunft unter einer grossflächigen und vorhersehbaren Verseuchung durch Sprengkörper leiden. Antipersonenminen unterscheiden nicht zwischen Kämpfer:innen und Zivilist:innen. 80 % der Opfer dieser Waffen im Jahr 2020 waren Zivilist:innen, 30 % davon Kinder. Minen töten oder verursachen komplexe Verletzungen, die häufig zu schweren Behinderungen sowie langanhaltenden psychologischen Traumata führen. Der Einsatz von Antipersonenminen ist seit 1997 durch die Ottawa-Konvention verboten. Die grosse Mehrheit der Staaten der Welt sind dem Vertrag beigetreten (164, also 80 %). Das Völkerrecht muss eingehalten werden, und jeder Einsatz von Antipersonenminen durch einen Konfliktteilnehmer ist zu verurteilen.» Anne Héry, Leiterin Advocacy bei HI.

Laut Landminen-Monitor wurden Antipersonenminen im Anfang 2014 ausgebrochenen Konflikt zwischen Regierungstruppen und von Russland unterstützten bewaffneten Gruppen eingesetzt – zunächst auf der Krim und später in den Provinzen Donezk und Luhansk in der Ostukraine.

4 April 2022

HELFEN SIE UNS

Nothilfe Ukraine Nothilfe Ukraine Nothilfe Ukraine Nothilfe Ukraine

Um diese schwere Krise zu bewältigen, brauchen wir Ihre Hilfe.
Unterstützen Sie unser Engagement für die ukrainische Zivilbevölkerung.

Einsatzländer

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf

Nadia Ben Said
Verantwortliche Medien
(FR/DE/EN)

Tel : +41 22 710 93 36
[email protected]

HELFEN
Sie mit

Lesen sie weiter

Digger & HI Senegal: Schweizer Partnerschaft für einen minenfreien Senegal bis 2031
© A. Faye / HI
Advocacy-Arbeit Minen und andere Waffen

Digger & HI Senegal: Schweizer Partnerschaft für einen minenfreien Senegal bis 2031

Im April 2026 besuchten Mitarbeitende von Handicap International Schweiz im Rahmen einer Medienreise die Werkstätten der auf Minenräumung spezialisierten Stiftung Digger.

 Menschen mit Behinderungen im Libanon: die unsichtbaren Leidtragenden der Krise
© R. Dakdouk / HI
Advocacy-Arbeit Inklusion Nothlife

Menschen mit Behinderungen im Libanon: die unsichtbaren Leidtragenden der Krise

Menschen mit Behinderungen gehen in der humanitären Nothilfe nach wie vor oft vergessen. Obwohl sie in grosser Zahl in Notunterkünften und den betroffenen Gebieten leben, werden sie von Hilfsmassnahmen und Entscheidungsprozessen ausgeschlossen, was die ohnehin katastrophale Situation weiter verschlimmert. Wir schlagen Alarm und fordern Sofortmassnahmen, die niemanden ausschliessen.
 

Sudan: Lage von Menschen mit Behinderung katastrophal / Handicap International schlägt Alarm  
© T. Nicholson / HI
Advocacy-Arbeit Nothlife

Sudan: Lage von Menschen mit Behinderung katastrophal / Handicap International schlägt Alarm  

Die Hilfsorganisation Handicap International schlägt Alarm: Drei Jahre nach Ausbruch des Krieges im Sudan ist die Lage für die Zivilbevölkerung katastrophal. Für Menschen mit Behinderung gilt dies in noch stärkerem Masse: Für sie ist es besonders schwierig, zu fliehen, an Hilfsgüter zu gelangen oder eine medizinische Versorgung zu erhalten. Zudem bedrohen Minen und Blindgänger die Zivilbevölkerung. 

 

Kontakt

Handicap International Schweiz
Avenue de la Paix 11, 1202 Genf
+41 (0)22 788 70 33
[email protected]

Uns kontaktieren

IBAN: CH66 0900 0000 1200 0522 4

 
 

Suchbegriff eingeben

 
 

Unser Netzwerk

 
 

Folgen Sie uns