Wilfried verwirklicht seinen Traum

Inklusion
Tschad

Anlässlich des 40-jährigen Bestehens von Handicap International präsentieren wir Ihnen verschiedene Erfahrungsberichte unserer Mitarbeitenden aus aller Welt. Lesen Sie das Interview mit Natoyallah Djimingaye, bekannt als Wilfried, einem 28-jährigen Reha-Beauftragten im Tschad. Seine Karriere wurde zum Teil durch unsere Unterstützung ermöglicht. So konnte er in Benin eine Ausbildung absolvieren und seine Fähigkeiten nach seiner Rückkehr in seinem Heimatland einsetzen.

Könntest du dich kurz vorstellen?

Mein Name ist Natoyallah Djimingaye,genannt Wilfried. Ich bin 28 Jahre alt und arbeite als Physiotherapeut. Ich bin einer von drei Studierenden aus dem Tschad, die im Rahmen zweier Projekte im Bereich Inklusion und Unterstützung bei der Minenräumung ein vollständig von Handicap International finanziertes Stipendium erhalten haben. So konnte ich ein Studium in Physiotherapie an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Abomey Calavi in Benin abschliessen. Seit Oktober 2021 bin ich nun Reha-Beauftragter bei Handicap International im Tschad.

Wie war dein Weg mit Handicap International?

Mein Abenteuer begann Ende 2015: Ich gehörte zu den drei Studierenden, die für ein Physiotherapie-Studium in Cotonou ausgewählt wurden. Ziel war es, nach dem Studium in unser Heimatland zurückzukehren, um unsere Fähigkeiten weiterzugeben und den Bereich der Rehabilitation, in dem ein grosser Personalmangel herrscht, auszubauen.

Seit Oktober 2021 habe ich das Vergnügen, als Reha-Beauftragter für das Tschad-Programm von Handicap International zu arbeiten. Dies ist meine allererste Stelle, aber ich bin überzeugt, dass das Abenteuer weitergehen wird. In zehn Jahren wird der Bereich der Rehabilitation im Tschad dank all dem, was Handicap International bereits geleistet hat, wieder an Bedeutung gewonnen haben. Vielleicht machen wir dann erneut ein Interview, damit ich euch mehr erzählen kann!

Was ist deine schönste Erinnerung, seit du bei Handicap International arbeitest?

Ich habe an einer Reha-Massnahme in Bol teilgenommen, um die Mütter von Kindern mit Zerebralparese zu schulen. Wir haben ihnen einfache Handgriffe vermittelt, um ihre Selbstständigkeit in alltäglichen Situationen wie Anziehen, Körperpflege, Essen und Gehen zu verbessern. Der Gesichtsausdruck der Mütter nach drei Tagen voller Austausch und Übungen hat mir eine unbeschreibliche Freude bereitet! Innerhalb von nur drei Tagen beobachteten sie, wie ein über ein Jahr altes Kind zu krabbeln begann, obwohl es das zuvor noch nie getan hatte. Das hat sie von der Wichtigkeit unserer Arbeit überzeugt und ihnen klargemacht, dass ihr Kind keineswegs unter Hexerei oder einem Fluch leidet. An diesem Tag hat sich mein Traum erfüllt!

Was sind deine Hoffnungen für die Zukunft?

Ich hoffe wirklich sehr, dass sich die Rehabilitation im Tschad weiterentwickeln wird. Bisher gibt es für über 15 Millionen Einwohner:innen nur etwa 20 Physiotherapeut:innen und 10 Orthopädist:innen und keine Logopäd:innen, Ergotherapeut:innen oder Ärzt:innen für physische Rehabilitation. Es gibt auch keine Abteilung für Rehabilitation im Gesundheitsministerium! Und es gibt nur zwei nicht-staatliche Rehabilitationszentren.

Für die Zukunft möchte ich mich so gut wie möglich in die Umsetzung und Gestaltung von Projekten bei Handicap International im Tschad einbringen. Ausserdem möchte ich mich für ein Doktorandenprogramm für Physiotherapie einschreiben, das sich auf die Behandlung neurologischer Erkrankungen bei Kindern spezialisiert, um neue Fähigkeiten zu erwerben. Sagen wir es so: Ich möchte meine Leidenschaft in vollen Zügen ausleben und andere ermutigen, Reha-Fachleute zu werden!

3 November 2022
Einsatzländer

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