Erdbeben in Afghanistan: über 74’000 Menschen betroffen

Nothlife
Afghanistan

Mehrere Erdbeben haben die afghanische Provinz Herat erschüttert. Wir sind seit 1987 im Land tätig und arbeiten derzeit mit unseren Partnern zusammen, um den Opfern zu helfen.

Unsere Teams in einem Lager für Binnenvertriebene, Herat City Hospital.

Unsere Teams in einem Lager für Binnenvertriebene, Herat City Hospital. | © F. Consoni / HI

Mehr als 74'000 Menschen waren laut der UN-Organisation OCHA von den starken Erdbeben betroffen, die Anfang und Mitte Oktober die Provinz Herat erschütterten. Fast 400 Dörfer mit rund 12'000 Häusern wurden teilweise oder komplett zerstört (Stand: 25. Oktober).

Im Regionalspital von Herat gibt es nicht genügend Physiotherapeut:innen, um körperliche Rehabilitationsleistungen zu gewährleisten. Um diese Lücke zu schliessen, haben wir  Physiotherapeut:innen und Mitglieder des psychosozialen Unterstützungsteams entsandt, um Frührehabilitation im Spital anzubieten, d. h. die Rehabilitation, die direkt auf einen medizinischen Eingriff folgt.

Die Menschen in der Region sind ohnehin schon besonders schutzbedürftig, weil sie durch den jahrelangen Krieg ausgezehrt sind. Und der Winter steht vor der Tür. Unmittelbar nach den Erdbeben schlossen sich Mitglieder unserer Organisation einem von den Vereinten Nationen koordinierten Team an, das aus rund 150 Personen verschiedener Hilfsorganisationen besteht.

Taibullah Taib, unser Nothilfespezialist im Afghanistan-Programm, beschreibt unseren Einsatz in der Nähe von Herat.

„Unsere mobilen Teams haben bisher mehr als 800 Menschen im Krankenhaus von Herat und in den Dörfern mit Physiotherapie versorgt. Dazu gehört die postoperative Versorgung von Verletzungen, um das Risiko dauerhafter Behinderungen zu begrenzen, aber auch die Versorgung mit Mobilitätshilfen (Krücken, Rollstühle usw.). Da die Nachsorge von entscheidender Bedeutung ist, schult HI diejenigen Menschen, die verletzte Familienangehörige betreuen. Unsere Teams haben ausserdem mehr als 730 Personen psychologisch unterstützt. In Einzel- oder Gruppensitzungen helfen wir den Überlebenden, die vielen Traumata zu bewältigen, die sie erlitten haben: Verlust von Angehörigen, Verletzungen, Verlust von Eigentum, verschlechterte Lebensbedingungen usw.“

Verteilung von Ausrüstung und Unterkünften

Ausserdem hilft unsere Logistikabteilung mit der Verteilung von Hilfsgütern. In unserem Lager in der Region Herat lagern wir die Hilfsmittel von HI und anderen humanitären Organisationen, die hier im Einsatz sind. So werden beispielsweise Hygienesets und Winterpakete täglich an die Gemeinden verteilt. Da der Bedarf enorm gross ist, werden wir ein zweites Lagerhaus anmieten, um die Lagerkapazität zu erhöhen.

Rund 60 Mitarbeitende unseres Teams im Einsatz

Seit dem 8. Oktober sind mehr als 60 Mitglieder unseres Teams im Einsatz, um den von den Erdbeben betroffenen Menschen zu helfen: 

  • 22 Physiotherapeut*innen kümmern sich um die Rehabilitation
  • 20 Expert*innen für psychosoziale Unterstützung arbeiten mit den traumatisierten Menschen
  • 8 auf Risikoerziehung spezialisierte Spezialisten führen Aufklärungsveranstaltungen über die Gefahren durch Blindgänger durch
  • 13 Sozialarbeiter*innen stehen den Opfern zur Seite, um sie zu unterstützen. 
25 Oktober 2023
Einsatzländer

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Nadia Ben Said
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