Hurrikan Matthew: Schnelle Hilfe für die Schutzbedürftigsten

Nothlife
Haiti

Handicap International mobilisiert die Teams vor Ort in Haiti. Nach dem Durchzug des Hurrikans letzten Dienstag wurden die Teams am Freitag von angereisten Nothilfefachkräften verstärkt. Ein Wettlauf gegen die Zeit hat begonnen. Die wenigen Gesundheitszentren und Krankenhäuser, die nicht von der Katastrophe erfasst wurden, sind aufgrund der steigenden Anzahl an Verletzten überfüllt. Ein Grossteil der Bevölkerung wird durch drohende Epidemien gefährdet.

Zerstörte Strasse im Süden von Haiti nach dem Hurrikan Matthew

Zerstörte Strasse im Süden von Haiti nach dem Hurrikan Matthew | © P.Thieler / Handicap International

Freitagvormittag ist ein Nothilfeteam in Port-au-Prince angekommen, um das fest in Haiti stationierte Team zu verstärken. Ziel ist es, das Ausmass der Katastrophe zu bewerten, den sofortigen humanitären Eingriff zu organisieren, aber auch dabei zu helfen, einen Zugang zu den isolierten Gebieten für alle humanitären Organisationen zu schaffen.

Spenden Sie jetzt um Menschen in Not zu helfen.

Die Prioritäten: die Bereitstellung von Hilfe für die Schutzbedürftigsten Menschen zu fördern und Reha-Versorgung für die Verletzten sowie psychosoziale Unterstützung für traumatisierte Menschen anzubieten. Manche Familien haben alles verloren. Damit sie sich Notunterkünfte bauen können, sollte auch die Verteilung von Planen und Seilen organisiert werden. Zusätzlich benötigen diese Familien Kochutensilien, Wasserreinigungstabletten zur Vermeidung von Epidemien sowie spezifische Hilfsmittel wie Krücken und Rollatoren. 

"Wir bemühen uns,  den Überlebenden, die alles verloren haben,  so schnell wie möglich zu helfen. Es gibt unzählige Verletzte“, erklärt Helen Robin, Leiterin der Nothilfeprogramme von Handicap International. „Mit unseren Teams vor Ort haben wir zwei Prioritäten: Dank angepasster Versorgung möchten wir vermeiden, dass aus Verletzungen dauerhafte Beeinträchtigungen entstehen; Mit den benötigten Materialien sorgen wir dafür, dass die Menschen ein Dach über dem Kopf haben und sich ihr Essen zubereiten können.“

Handicap International hatte nach dem Erdbeben 2010 rund fünfzig Physiotherapeuten ausgebildet, da es im Land nur rund zehn gab. Das Nothilfeteam wird den Verletzten Rehabilitationsdienste zur Verfügung stellen und Folgemassnahmen sicherstellen.

Die nächsten Schritte

Handicap International plant, die 2008 nach dem Hurrikan in Betrieb genommene Logistikplattform wieder zu reaktivieren, um der humanitären Hilfe den Weg in die abgelegensten Gebiete zu ermöglichen.Diese Plattform wird allen humanitären Organisationen zur Verfügung stehen, um die in Port-au-Prince zentralisierte Nothilfe zu verteilen, und so eine Verstopfung der Hauptstadt zu vermeiden.

Angesichts der Situation in den betroffenen Gebieten könnte die Logistikplattform sowohl LKWs als auch Boote einsetzen, um die Verteilung der Hilfsgüter zu beschleunigen.

Handicap International in Haiti und auf Kuba

Handicap International ist seit 1998 auf Kuba (Provinz Pinar del Rio,  Granma, Santiago de Cuba, Baracoa und Guantanamo) und in Haiti seit 2008 präsent (Region von  Port-au-Prince, Departement Nippes, Gemeinde Delmas, Gemeinde Carrefour, Gemeinde l’Artibonite und das Departement du Nord). Auf Haiti führten wir im Januar 2010 einen schnellen und grossen Nothilfeeinsatz durch, als das Erdbeben zehntausende Menschen betroffen hatte.

11 Oktober 2016
Einsatzländer

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf

Nadia Ben Said
Verantwortliche Medien
(FR/DE/EN)

Tel : +41 22 710 93 36
[email protected]

HELFEN
Sie mit

Lesen sie weiter

Ukraine: Aufklärung über Risiken von Explosivwaffen rettet Leben
© HI
Minen und andere Waffen Nothlife

Ukraine: Aufklärung über Risiken von Explosivwaffen rettet Leben

Olga Savchenko ist unsere Verantwortliche für die Aufklärung über die Risiken von Explosivwaffen in der Ukraine. Anlässlich unserer Feier zum 25-jährigen Bestehen von Broken Chair hat sie uns in Genf besucht. Sie berichtet über die Bedeutung ihrer Arbeit für die ukrainische Bevölkerung und die Bedeutung dieses Mahnmals.

Wir sind zutiefst besorgt über die Situation von Menschen mit Behinderungen in der Ukraine
© HI
Nothlife

Wir sind zutiefst besorgt über die Situation von Menschen mit Behinderungen in der Ukraine

Unser Bericht "Ukraine, where sirens sound day and night: A focus on persons with disabilities and provision of emergency health services", der auf den Beobachtungen unserer Teams vor Ort beruht, zeigt, dass Menschen mit Behinderungen in Krisen- und Notsituationen stärker als andere Menschen Gewalt und Misshandlungen ausgesetzt sind. Sie haben auch grössere Schwierigkeiten, Zugang zu humanitärer Hilfe. Die Krise in der Ukraine ist keine Ausnahme.

Erfahrungsbericht von Anna, Projektverantwortliche in der Ukraine Nothlife

Erfahrungsbericht von Anna, Projektverantwortliche in der Ukraine

Anlässlich des 40-jährigen Bestehens von Handicap International präsentieren wir Ihnen verschiedene Erfahrungsberichte unserer Mitarbeitenden aus aller Welt. Erfahren Sie, wie Anna in die Ukraine zurückkehrte, um sich unserem Team in ihrer Heimatstadt anzuschliessen.