Inklusive Bildung: Porträts

Inklusion Inklusion Rehabilitation
Jordanien

Wir stellen Ihnen Sham, Siwar und Mahmoud vor, drei Kinder, die sich durch ihre Behinderung nicht vom Schulbesuch abhalten lassen. Inspirierende Geschichten, ermöglicht durch das Projekt «Helden» in Jordanien, das seit zwei Jahren 50 Jungen und Mädchen mit Behinderungen im Alter von 4 bis 6 Jahren Zugang zur Vorschulbildung verschafft. Lesen Sie die beeindruckenden Geschichten von Kindern, die Hindernisse überwinden, um lernen zu können.

Bild, das 3 Kinder mit Behinderungen darstellt

Inklusive Bildung für Kinder mit Behinderungen | K. Saif / HI

Sham

Die fünfjährige Sham leidet an einer Sehbehinderung, die auf das genetische Fehlen der Iris zurückzuführen ist.
Neben der Übernahme der Transportkosten, der Bereitstellung von Schulmaterialien und Sehhilfen (u. a. einer Brille) sorgen wir dafür, dass sie in der Schule intensiv gefördert wird.
Sham sitzt in der Nähe des Lehrers und profitiert von einer guten Beleuchtung, einem grossen Whiteboard und Markern in geeigneten Farben. Ihr Lehrer wurde in inklusivem Unterricht geschult, um eine angenehme Lernerfahrung zu schaffen. Er verbalisiert jedes Wort, das an die Tafel geschrieben wird, und beschreibt alle visuellen Elemente im Buch oder an der Tafel.
Sham wird auch von einem unserer Betreuer begleitet, der überprüft, wo das Mädchen in der Klasse steht, und sich bei den Eltern erkundigt, ob alles in Ordnung ist. Zudem erhält sie zu Hause Einzelunterricht von ehrenamtlichen Rehabilitationshelfer:innen aus ihrer Nachbarschaft.

Siwar

Siwar ist sechs Jahre alt. Sie begann schon früh zu sprechen, aber ein psychologisches Trauma im Alter von drei Jahren führte zu einer Sprechblockade und Stottern. Siwar leidet an schweren Artikulationsstörungen, verzögertem Sprechen und Schüchternheit, was sie daran hindert, mit anderen zu interagieren.
Obwohl sie von vielen Schulen abgelehnt wurde, konnten wir sie an einer öffentlichen Schule anmelden. Wir statteten sie mit dem nötigen Schulmaterial aus und übernahmen das Schulgeld und die Fahrtkosten. Sie erhält nun intensive logopädische Hilfe und Unterstützung in der Schule und zu Hause von ehrenamtlichen Rehabilitationshelfer:innen, die in ihrer Nachbarschaft wohnen.
Auch ihr Lehrer wurde in inklusivem Unterricht geschult. Er bezieht Siwar in Diskussionen und Aktivitäten der Klasse ein, um ihre Teilhabe zu fördern. 

Mahmoud

Mahmoud ist sechs Jahre alt. Im Alter von 14 Monaten wurden bei ihm Anoxie und Entwicklungsstörungen aufgrund von Komplikationen bei seiner Geburt per Kaiserschnitt diagnostiziert. Er ist vollständig von seiner Mutter abhängig, um zu essen oder auf die Toilette zu gehen. Er kann noch nicht ohne Hilfe sitzen.
Mit unserer Hilfe wurde Mahmoud in einer inklusiven öffentlichen Schule in der Nähe seines Wohnortes angemeldet, wo er intensive Unterstützung im Unterricht, Einzelunterricht zu Hause und Physiotherapie mit Übungen zur Handkoordination, z. B. das Halten eines Stiftes, erhält.
Wir haben ihm Schulmaterial und einen Schulranzen gekauft, die Fahrtkosten übernommen und ihm einen Rollstuhl zur Verfügung gestellt, damit er sich fortbewegen kann.

Das Projekt «Helden»

Das Projekt ermöglicht Jungen und Mädchen mit Behinderungen im Alter von 4 bis 6 Jahren in Jordanien den Zugang zur Vorschulbildung. Es besteht seit zwei Jahren und hilft 50 Kindern mit Behinderungen:

  • durch die Unterstützung bestehender Frühförderungs- und Rehabilitationssysteme auf Gemeindeebene, indem diese mit den Angeboten im Bereich der vorschulischen Bildung verknüpft werden,
  • durch das Zusammenführen von Eltern, Betreuer:innen, Fachkräften der Frühförderung, Freiwilligen der kommunalen Rehabilitation und Lehrpersonen,
  • durch das Sicherstellen der Schulanmeldung und der persönlichen Unterstützung für Kinder mit Behinderungen.

Mehr zur inklusiven Bildung

13 Juni 2023
Einsatzländer

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Unsere Teams waren auch in humanitären Notsituationen an der Seite der Opfer, unter anderem in Afghanistan, Gaza, Marokko, Syrien, der Türkei und der Ukraine. Angesichts des Klimawandels in der Sahelzone, auf den Philippinen und in vielen anderen Ländern unterstützen unsere Teams weiterhin die am meisten gefährdeten Menschen.


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