Ismail: Prothesen für ein selbständiges Leben

Betroffenen Rehabilitation
Libanon

Als Jugendlicher trat Ismail auf eine Landmine – er wurde so schwer verletzt, dass seine beiden Beine oberhalb der Knie amputiert werden mussten. Handicap International (HI) unterstützt den syrischen Jugendlichen mit Reha und Prothesen. Er braucht viel physiotherapeutische Hilfe, um laufen zu können.

Ismail ist glücklich über seine neuen Prothesen.

Ismail ist glücklich über seine neuen Prothesen. | | ©HI

Nach der Minenexplosion im Jahr 2014 war Ismails Leben plötzlich auf den Kopf gestellt. Er fühlte sich häufig ausgeschlossen und haderte mit seinem Schicksal. Seine ersten Prothesen waren schnell zu klein, schliesslich wächst Ismail, wie alle Jungs in seinem Alter. 

Prothesen müssen gut passen

Heute hat er Prothesen, die gut passen – sie sind sehr wichtig für ein unabhängiges Leben.

„Zu kleine Prothesen können Schmerzen und Komplikationen verursachen. Zudem schränken sie Betroffene dabei ein, sich selbständig zu bewegen“, erklärt die HI-Physiotherapeutin Rana Al Adbel.

Die Spezialist*innen vom Reha-Team von HI im Libanon haben Ismail genau untersucht und ihn mit neuen, an seine Grösse angepasste Prothesen ausgestattet. Nun kann er sich viel besser bewegen und ein selbständiges Leben führen.

Ismail lebt mit seinen Eltern und fünf Geschwistern im Alter von fünf bis 27 Jahren in einer ländlichen Gegend, die sehr abgeschnitten und schwer erreichbar ist. Die Corona-Krise hat sie schwer getroffen: Sie haben grosse Probleme, ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.

Ismail will nicht nach Syrien zurückkehren, um dort zu leben. Die Situation in seiner Herkunftsregion sei sehr instabil und gefährlich, sagt er. Sein Wunsch ist es, eine Ausbildung zu absolvieren und eine feste Arbeitsstelle zu finden: „Ich will Geld verdienen, damit meine Familie in Würde leben kann“, bekräftigt er.

12 Oktober 2020
Einsatzländer

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf

Nadia Ben Said
Verantwortliche Medien
(FR/DE/EN)

Tel : +41 22 710 93 36
[email protected]

HELFEN
Sie mit

Lesen sie weiter

Schulanfang für Sreyka Inklusion Rehabilitation

Schulanfang für Sreyka

Die 8-jährige Sreyka hüpfte auf dem Heimweg von der Schule die Strasse entlang, als ein rasender Autofahrer sie mit seinem Fahrzeug erfasste. Schwer verletzt wurde sie zunächst in ein nahegelegenes Gesundheitszentrum und dann in das nächstgelegene Krankenhaus gebracht, das nicht über die nötige Ausrüstung verfügte, um sie zu behandeln. Sreyka wurde dann an das Kinderkrankenhaus in der Hauptstadt Phnom Penh überwiesen. Dort musste ihr linkes Bein amputiert werden, um ihr Leben zu retten.

40 Jahre Engagement Inklusion Minen und andere Waffen Rehabilitation

40 Jahre Engagement

Handicap International wurde am 19. Juli 1982 in einem Flüchtlingslager in Thailand gegründet. Mit der ersten Hilfsaktion haben wir Zivilist:innen unterstützt, die durch die Explosion von Antipersonenminen verstümmelt wurden. 40 Jahre später zählt unsere Organisation mehr als 5000 Mitarbeiter:innen, die sich in rund 60 Ländern für eine solidarische und inklusive Welt einsetzen. 40 Jahre Engagement, um Menschen mit Behinderungen zu begleiten, die Achtung ihrer Würde zu fördern und ihre Grundrechte zu verteidigen.

Unser Jahresbericht 2021 ist jetzt verfügbar!
© S. Wohlfahrt / HI
Betroffenen

Unser Jahresbericht 2021 ist jetzt verfügbar!

Unser Jahresbericht 2021 ist jetzt veröffentlicht und blickt auf die Ereignisse dieses Jahres zurück. Naturkatastrophen, bewaffnete Konflikte und anhaltende Krisen erfordern dringender denn je unseren Einsatz für besonders schutzbedürftige Menschen. Unsere Organisation hat 2021 weltweit über 3 Millionen Menschen geholfen, und das vor allem dank Ihrer Unterstützung!