Nepal: das Leben nach dem Erdbeben

Rehabilitation
Nepal

Der Erdbeben in Nepal im April und Mai 2015 hat zahlreiche Kinder unter den Trümmern von ihren Häusern verletzt. Handicap International hilft diesen Kindern, den Lauf von ihrem Leben zurückzugewinnen, wie es die Geschichte der kleinen Khembro zeigt.

Khembro, 7 Jahre, Nepal

Khembro, 7 Jahre, Nepal | © J. Mouton/Handicap International

Die 6-jährige Khembro lebt in Sindhupalchok, 65 km von Kathmandu. Als die Erde bebte, stürzte ihr Haus ein. Ihre Grossmutter und ihre ältere Schwester wurden sofort getötet. Khembro hatte Glück und überlebte, doch ihr linkes Bein war unter Trümmern eingeklemmt. Als sie 4 Tage später endlich ins Spital von Kathmandu eingeliefert wurde, war es leider zu spät, um ihr Bein zu retten. Das kleine Mädchen musste amputiert werden.

„Als sie wach wurde, fragte sie uns, wo ihr Bein sei. Wir hatten nicht den Mut, ihr die Wahrheit zu sagen. Wir sagten ihr, es sei immer noch da“, berichtet ihre Tante. 


Khembro, 7 Jahre, Nepal
© Tim Dirven / Handicap International

Zusätzlich zu den Übungen mit dem Physiotherapeuten hat Khembro psychologische Unterstützung erhalten, um das Trauma der Katastrophe und den Verlust ihres Beines verarbeiten zu können. Eine Zeit lang sprach sie mit niemandem mehr.

Inzwischen geht es ihr mit jedem Tag besser. Sudan Rimal, der Physiotherapeut, der sie betreut, erzählt uns von dem Weg, den sie seit ihrer Aufnahme im Spital gemacht hat: „Unmittelbar nach der Amputation war ihr Zustand sehr besorgniserregend. Ihr Bein war infiziert und sie war sehr geschwächt. Khembro weinte, sobald man sich ihr näherte. Ich habe alle Übungen zu Spielen gemacht, und dann haben wir zusammen mit der ebenfalls amputierten kleinen Nirmala geübt. Das hat Khembro geholfen, ihre Schüchternheit zu überwinden. Jetzt erzählt sie gern von den Erinnerungen an ihr Leben in der Familie. Sie bewegt sich selbständig fort, indem sie hüpft. Ich bin stolz auf die Arbeit, die wir mit ihr vollbracht haben.“

Khembro, 7 Jahre, Nepal
© Tim Dirven / Handicap International

Dank Ihrer Hilfe wird sie bald eine passende Prothese erhalten, und nach einem Monat Training sollte sie wieder gehen können.

Unsere Arbeit in Nepal seit dem Erdbeben

  • 24 Physiotherapeuten in 11 Spitälern des Kathmandutals, in den Distriktspitälern von Nuwakot (Bidur, Trisuli) und Sindhupalchok und in den Gemeinden von 7 Distrikten
  • Betreuung von über 1'900 Opfern
  • Durchführung von rund 8'000 Rehabilitationssitzungen
  • Verteilung von rund 1'300 Mobilitätshilfen (Rollstühle, Krücken, Rollatoren, Schienen, etc.)
  • Verteilung von über 4'300 Nothilfekits (Zelte, Küchenkits, Hygienekits, Decken) und Material für den Schutz von über 11'000 Personen vor dem Monsun
  • Verwaltung eines Lagers der internationalen humanitären Hilfe in Kathmandu
18 November 2015

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Nadia Ben Said
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