WHO-Resolution: die Staaten setzen sich für Rehabilitation ein

Rehabilitation
International Schweiz

Weltweit leben 2,4 Milliarden Menschen mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung, die mit Rehabilitation verbessert werden könnte. In einigen Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen haben 50 % von ihnen keinen Zugang zu diesem grundlegenden Gesundheitsservice . Ab dem 24. Mai werden 194 Länder auf der Weltgesundheitsversammlung in Genf über eine historische Resolution abstimmen, die sie zum ersten Mal dazu verpflichtet, die Rehabilitation in ihren Gesundheitssystemen auszubauen und zu fördern.

Kleiner Junge, Imran, in der Mitte des Bildes, der mit seinen neuen Prothesen in einem HI-Rehabilitationszentrum in Kandahar laufen lernt.

© Ouest France - P. Moyon / HI

«Diese Resolution, für die wir uns seit vielen Jahren einsetzen, ist sehr wichtig, weil Rehabilitation uns alle betrifft! Vielleicht haben Sie selbst nach einer Verletzung Rehabilitationsdienstleistungen in Anspruch genommen oder haben einen Angehörigen mit einer Behinderung, der einen Rollstuhl benötigt. Rehabilitation umfasst alles, was den Alltag der Menschen erleichtert und optimiert. Alles, was sie zu Hause, mit ihrer Familie, ihren Freunden, am Arbeitsplatz, kurzum in der Gesellschaft unabhängiger macht. Stellen Sie sich vor, wie es für eine verletzte oder behinderte Person in den ärmsten Ländern der Welt ist, die keinen Zugang zu diesen Dienstleistungen hat», erklärt Daniel Suda-Lang, Geschäftsleiter von Handicap International (HI) Schweiz.

Eine historische Resolution

«In einem globalen, von Konflikten, Katastrophen, Bevölkerungsalterung und globaler Erwärmung geprägten Umfeld sind fehlende Rehabilitationsangebote für all jene, die sie benötigen, ein ernstes Problem der öffentlichen Gesundheit und eine Frage der Menschenwürde», sagt Daniel Suda-Lang. «Millionen von Menschen entwickeln langfristige Behinderungen, die vermeidbar wären, und hindern sie daran, richtig in die Gesellschaft integriert zu sein. Andere Menschen, die bereits eine Behinderung haben, müssen zusehen, wie sich ihr Zustand verschlechtert.»

Diese historische Resolution – die wichtigste Art internationaler Verpflichtung – wird die Länder zum ersten Mal dazu verpflichten, Rehabilitationsangebote in ihren Gesundheitssystemen auszubauen und zu fördern, und zwar durch Abbau finanzieller Hürden. Dazu gehört auch der Zugang zu technischen Hilfsmitteln (Rollstühle, Stöcke, Hörgeräte, Prothesen, Orthesen usw.) und andere Rehabilitationsangebote (Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie usw.).

Unsere Aufgabe

Wir arbeiten seit über 40 Jahren mit behinderten und gefährdeten Menschen. 520’000 Menschen wurden im Jahr 2022 durch 62 Rehabilitationsprojekte unterstützt, die die Organisation in 35 verschiedenen Ländern durchführt. Die Arbeit bezieht sich hauptsächlich auf zwei Bereiche: körperliche und funktionelle Rehabilitation sowie Ausrüstung mit Hilfsmitteln.

Die Resolution, über die auf der Weltgesundheitsversammlung abgestimmt wird, ist das Ergebnis gemeinsamer Anstrengungen, die HI und die Global Alliance for Rehabilitation seit fast vier Jahren unternommen haben. Der Text übernimmt die von der Organisation von Anfang an vertretenen Positionen und ist ein wichtiger Sieg für alle, die dafür gekämpft haben, und für die Millionen von Menschen, die davon profitieren werden.

22 Mai 2023

Update vom 27. Mai 2023: Verabschiedung der Resolution!

Auf der Weltgesundheitsversammlung in Genf hat die internationale Staatengemeinschaft am 27. Mai eine bahnbrechende Resolution verabschiedet, die Rehabilitations-Leistungen künftig weltweit fördern wird. Damit verpflichten sich die Staaten unter anderem dazu, Rehabilitations-Massnahmen auszubauen, die Gesundheitsversorgung der Patienten dadurch langfristig zu verbessern und die Ausbildung von Physio- und Ergotherapeut*innen, Logopäd*innen, Psycholog*innen sowie Orthopädietechnikern zu fördern. Unsere Hilfsorganisation  die sich seit vielen Jahren für diese Resolution einsetzt, begrüsst die Resolution und unterstreicht, wie wichtig Reha-Massnahmen für die öffentliche Gesundheit sind.

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