Erfolg: 83 Staaten verabschieden das Abkommen gegen die Bombardierung von Städten

Minen und andere Waffen
International

83 Staaten, darunter die Schweiz, haben am 18. November 2022 in Dublin das internationale Abkommen zum besseren Schutz der Zivilbevölkerung vor dem Einsatz von Explosivwaffen in Wohngebieten verabschiedet. Für unsere Organisation ist das die Anerkennung des hohen Preises, den die Zivilbevölkerung für die Bombardierungen von Städten zahlen muss. Die Staaten müssen nun unverzüglich damit beginnen, ihre Verpflichtungen wirksam umzusetzen.

Die internationale Konferenz in Dublin am 18. November 2022.

Die internationale Konferenz in Dublin am 18. November 2022. | © G. Lordet / HI.

Ein historischer Schritt

Das Abkommen verpflichtet die Staaten, den Einsatz von Explosivwaffen in bewohnten Gebieten einzuschränken, damit keine Zivilpersonen zu Schaden kommen. Ausserdem verpflichtet es die Staaten, den Opfern zu helfen und sich mit den langfristigen Folgen der Beschädigung und Zerstörung der zivilen Infrastruktur zu befassen.

«Die Tatsache, dass dieses internationale Abkommen gegen die Bombardierung von Städten von 83 Staaten angenommen wurde – darunter auch Staaten mit grosser militärischer Macht wie die USA – lässt für die Zukunft hoffen. Es ist eine Anerkennung des hohen Preises, den die Zivilbevölkerung für die Bombardierung und den Granatenbeschuss zahlt. Die Staaten müssen nun unverzüglich damit beginnen, ihre Verpflichtungen wirksam umzusetzen. Mehr als 290’000 Zivilpersonen wurden in den letzten 12 Jahren durch die Bombardierung von Städten und anderen bewohnten Gebieten getötet oder verletzt. In der Ukraine, in Syrien, im Jemen, in Palästina, in Äthiopien usw. wurden bewohnte Gebiete systematisch und in grossem Umfang bombardiert und beschossen. Das muss aufhören», fordert Anne Héry, unsere Direktorin von Anwaltschaft.

83 Staaten stimmen dem Abkommen zu

Albanien, Andorra, Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Bosnien, Bulgarien, Cabo Verde, Chile, Costa Rica, Deutschland, Dominikanische Republik, Dänemark, Ecuador, El Salvador, Elfenbeinküste, Finnland, Frankreich, Georgien, Griechenland, Guatemala, Guyana, Indonesien, Irland, Island, Italien, Japan, Kambodscha, Kanada, Katar, Kenia, Kiribati, Kolumbien, Komoren, Korea, Kroatien, Kuwait, Laos, Liechtenstein, Liberia, Luxemburg, Madagaskar, Malawi, Malaysia, Malediven, Malta, Marokko, Mexiko, Moldau, Monaco, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Österreich, Palau, Palästina, Peru, Philippinen, Portugal, Rumänien, San Marino, Schweden, Schweiz, Senegal, Serbien, Sierra Leone, Slowakei, Slowenien, Somalia, Spanien, St. Kitts und Nevis, St. Vincent und die Grenadinen, Togo, Tschechische Republik, Türkei, Ungarn, Uruguay, Vereinigte Arabische Emirate, Vereinigtes Königreich, Zentralafrikanische Republik, Zypern.

Der Kampf geht weiter

Nachdem das Abkommen verabschiedet wurde, müssen sich die Staaten nun unverzüglich um dessen Umsetzung bemühen, indem sie auf nationaler Ebene politische Massnahmen entwickeln, um die Praktiken vor Ort zu verändern.

Unser Kampf bleibt derselbe: Der Schutz von Zivilpersonen in bewaffneten Konflikten. Unsere Organisation und unsere Partner vom International Network on Explosive Weapons (INEW) werden die Umsetzung des Vertrages aktiv überwachen. Mit dem Explosive Weapons Monitor, den wir 2022 mitbegründet haben, werden die humanitären Folgen des Einsatzes von Explosivwaffen in bewohnten Gebieten sowie die militärischen Strategien und Praktiken kontrolliert werden, um einen besseren Schutz der Zivilbevölkerung vor Explosivwaffen zu gewährleisten. Das Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass dieses internationale Abkommen echte Veränderungen für die vom Krieg betroffenen Menschen bewirkt und die Unterstützung für die Opfer verbessert.

Weitere Informationen: Die Schweiz engagiert sich gegen die Bombardierung von Wohngebieten

22 November 2022
Einsatzländer
HELFEN
Sie mit

Lesen sie weiter

Handicap International verpflichtet sich zur Reduzierung des CO2-Fussabdrucks
© F. Roque/HI
Gesundheit und Prävention Nothlife Rechte von menschen mit behinderungen und politik

Handicap International verpflichtet sich zur Reduzierung des CO2-Fussabdrucks

2026 bekräftigt die Organisation ihre Verpflichtung zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen.

Ukraine: Anstieg an schwerverletzten Zivilisten und Menschen mit Behinderung
© L. Hutsul / HI
Minen und andere Waffen Nothlife Rehabilitation

Ukraine: Anstieg an schwerverletzten Zivilisten und Menschen mit Behinderung

Nach nun fast vier Jahren Bombardierungen und Beschuss wächst die Anzahl an schwerverletzten Zivilistinnen und Zivilisten in der Ukraine. Die humanitäre Hilfsorganisation Handicap International (HI) weist auf die gestiegene Zahl an schlimmen Verletzungen wie Amputationen oder Verbrennungen und an Menschen mit Behinderungen hin sowie auf den enormen Bedarf an Fachkräften und Hilfsmittel. Immer mehr Menschen benötigen Physiotherapie, Prothesen und psychologische Unterstützung.

Rückblick 2025: Danke für Ihre Unterstützung!
© A. Rahhal / HI
Advocacy-Arbeit Atlas Logistique Gesundheit und Prävention Inklusion Minen und andere Waffen Nothlife Rechte von menschen mit behinderungen und politik Rehabilitation Veranstaltung

Rückblick 2025: Danke für Ihre Unterstützung!

DANKE! 

Dank Ihrer Grosszügigkeit konnten wir 2025 mehr als 400 Projekte in rund 60 Ländern umsetzen. Ob Gesundheitsversorgung, Bildung, Inklusion oder Aufklärung über die Gefahren von Landminen – Ihre Hilfe hat Leben verändert.  

Schauen Sie sich die Höhepunkte dieses solidarischen Jahres in unserem Videorückblick an. 

 

Kontakt

Handicap International Schweiz
Avenue de la Paix 11, 1202 Genf
+41 (0)22 788 70 33
[email protected]

Uns kontaktieren

IBAN: CH66 0900 0000 1200 0522 4

 
 

Suchbegriff eingeben

 
 

Unser Netzwerk

 
 

Folgen Sie uns