Humanitäre Krise in Gaza: Katastrophale Auswirkungen für Menschen mit Behinderungen

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Palästinensische Gebiete

Unsere Hilfsorganisation ruft dazu auf, die inklusiven humanitären Massnahmen im Gazastreifen zu verstärken. Menschen mit Behinderungen sind von der verheerenden Krise besonders betroffen und haben erschwerten Zugang zu Hilfe. Wir haben zu diesem Thema soeben den Bericht «Inclusive Humanitarian Action – Gaza» (auf Englisch) veröffentlicht.

Unser Team organisiert Aktivitäten in den Notunterkünften in Chan Yunis in Gaza, Oktober 2023.

Unser Team organisiert Aktivitäten in den Notunterkünften in Chan Yunis in Gaza, Oktober 2023. | © HI

«Zahlreiche Menschen mit Behinderungen, insbesondere Menschen mit eingeschränkter Mobilität, haben keine Möglichkeit zur Evakuierung. Viele wurden von ihren Familien getrennt. Sie können wichtige Hilfsmittel für ihr tägliches Leben verlieren, etwa Brillen, Hörgeräte oder Rollstühle. Unter normalen Umständen helfen ihnen diese Geräte, mit anderen zu kommunizieren und ihre Unabhängigkeit zu bewahren. Auch der Verlust von Hygieneartikeln, Windeln, Kathetern usw. kann ihre Gesundheit und Würde beeinträchtigen und das Infektionsrisiko erhöhen. Menschen mit Behinderungen, die sich in dieser chaotischen Situation befinden, sind auch oft Ausgrenzung und Schikanen ausgesetzt. Der Schutz und der gleichberechtigte Zugang zu humanitärer Hilfe für Menschen mit Behinderungen muss gewährleistet werden», fordert Reham Shaheen, unsere Rehabilitationsspezialistin in Gaza.

Unangemessene Notunterkünfte

Mehr als 15 % der Binnenvertriebenen im Gazastreifen haben eine Behinderung. Die meisten Notunterkünfte sind nicht angemessen ausgestattet: Es fehlen Matratzen und medizinische Betten. Die verteilte Nahrung entspricht nicht den Bedürfnissen von Menschen mit Schluckbeschwerden. Der Zugang zur Gesundheitsversorgung, einschliesslich der Rehabilitation, ist für Menschen mit Behinderungen aufgrund von Stigmatisierung, Diskriminierung und erheblichen physischen, wirtschaftlichen und informationsbezogenen Barrieren schwieriger als für andere Menschen.

Unsere Hilfe im Gazastreifen

Wir sind seit 1996 in Gaza tätig. Seit dem Angriff der Hamas auf Israel im Oktober haben unsere Teams 68 der 91 Unterkünfte im südlichen Gazastreifen aufgesucht und die Grundbedürfnisse von 4000 Vertriebenen ermittelt. Unsere Organisation hat bereits rund 1000 Menschen mit Mobilitätshilfen, Hygienepaketen, Windeln, Babydecken, Verbandsmaterial usw. versorgt.

Die Teams organisierten zudem 21 Spielaktivitäten für rund 18’000 Kinder und Jugendliche. Rund 20 Mitarbeitende und 75 Freiwillige und Partner wurden für die Rehabilitation, die Verteilung von Material und Freizeitaktivitäten mobilisiert. Wir organisierten ausserdem 68 Sensibilisierungsveranstaltungen, um mehr als 4000 Kinder und Erwachsene vor Blindgängern zu warnen und ihnen zu erklären, wie sie sich verhalten sollen.

6 November 2023

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