Behinderung und Inklusion: für eine barrierefreie Gesellschaft

Behinderung und Inklusion: gemeinsam für eine Gesellschaft, an der alle teilhaben können 

Soziale Inklusion und Integration, #School4all.

Eines der zentralen Anliegen von Handicap International ist die Förderung von Chancengleichheit, damit Menschen mit Behinderungen als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft anerkannt werden. Seit mehr als 40 Jahren begleiten wir Menschen mit Behinderungen und besonderen Schutzbedürfnissen in Notsituationen, chronischen Krisen oder extremer Armut auf ihrem Weg zur Inklusion. 

 

Unsere Rolle

1. Zugang zur Bildung

Wir setzen uns für eine bedarfsgerechte Bildung von Kindern mit Behinderungen ein. Bildung trägt dazu bei, die Sichtweise auf Behinderungen zu verändern. Zu diesem Zweck unterstützen wir Schulen bei der Aufnahme von Schüler:innen mit Behinderungen, nehmen bei Bedarf Anpassungen an Mobiliar und Gebäudezugängen vor, schulen die Lehrpersonen auf die besonderen Bedürfnisse von Kindern mit Behinderungen und sensibilisieren die Mitschüler:innen und die Gemeinschaft für Behindertenfragen. 

2. Zugang zum Arbeitsmarkt

Nous favorisons l'insertion professionnelle des personnes handicapées – souvent exclues et sans ressources – dans le tissu socioéconomique local, en soutenant des projets individuels ou collectifs (développement d'activités agricoles, création d'un atelier de réparation de vélo, de couture, etc.) et en facilitant l'accès aux prêts bancaires. Nous sensibilisons également les entreprises à l'emploi des personnes handicapées. 

3. Soziale Inklusion

Wir setzen uns für die uneingeschränkte soziale Teilhabe von schutzbedürftigen Menschen und Menschen mit Behinderungen ein. Mit unseren Projekten stärken wir soziale Bindungen, fördern die Selbstbestimmung der Betroffenen und schaffen ein soziales Umfeld, das umfassende gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht. 

4. Inklusion im Sport und in Freizeitaktivitäten

Wir setzen uns dafür ein, dass Sport und Freizeitaktivitäten für alle Menschen mit Behinderungen ohne Diskriminierung zugänglich sind, denn sie vermitteln übergreifende Werte wie Solidarität, Selbstüberwindung, gegenseitige Unterstützung und Selbstvertrauen. 

5. Gesellschaftliche Teilhabe

Wir entwickeln Handlungsansätze, die Menschen mit Behinderungen die politische Partizipation ermöglichen, damit das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen vollständig und wirksam umgesetzt werden kann. Wir fördern die inklusive Regierungsführung, damit Menschen mit Behinderungen an Entscheidungen, die sie betreffen, beteiligt werden. 

6.  Advocacy-Arbeit

Wir setzen uns international für eine inklusive Bildung für Menschen mit Behinderungen und den Zugang zur Rehabilitation ein. Unser Ziel ist es, «niemanden zurückzulassen». Deshalb setzen wir uns bei der Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ein und stellen ihren Zugang zu Dienstleistungen sicher. 

7. Inklusive Bildung

Unser Ziel ist es, die Schulbildung von Kindern und jungen Erwachsenen mit Behinderungen durch einen inklusiven Ansatz zu fördern. Denn laut dem Weltbildungsbericht von 2016 sind immer noch mehr als 32 Millionen Kinder mit Behinderungen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen vom Bildungswesen ausgeschlossen. Diese Ausgrenzung verstärkt ihre Schutzbedürftigkeit und ihr Armutsniveau und macht sie anfälliger für soziale Ausgrenzung, Gewalt und Diskriminierung. Wir setzen uns tagtäglich für das Grundrecht auf eine inklusive, qualitativ hochwertige und kostenlose Grundbildung für alle Kinder – auch Kinder mit Behinderungen – ein. 

 

 

So hilft Ihre Spende​​​​​​​

Mit  60 Franken ​​​​​​​

helfen Sie, eine Prothese zu finanzieren, um einem Kind den Schulbesuch zu ermöglichen.   

Mit 125 Franken 

helfen Sie bei der barrierefreien Ausstattung einer Schule, insbesondere durch den Bau von Zugangsrampen.

Mit 260

Franken

helfen Sie, eine Lehrkraft für die spezielle Betreuung von Kindern mit Behinderungen auszubilden.

 

Land der Intervention​​​​​​​

Klicken Sie auf die interaktive Karte und entdecken Sie die Inklusionsprojekte, die wir in 50 Ländern durchführen.

 

 

Video aus einem Projektland

Raj Bhakta Dangol, unser Bildungsbeauftragter in Nepal, stellt das inklusive Bildungsprojekt ENGAGE vor:

Gemeinsam ein Umfeld zu schaffen, das frei von Barrieren ist und auf Selbstbestimmung beruht, ist unabdingbar. Jeder Mensch soll seinen Platz in der Gesellschaft finden können und einen gleichberechtigten Zugang zu Arbeit, Bildung und Gesundheitsversorgung haben – unter Wahrung von Vielfalt und Gerechtigkeit. 

HELFEN
Sie mit

Jeder Mensch hat das grundlegende Recht, in einer Gesellschaft zu leben, in der jede:r Einzelne ohne Diskriminierung wertgeschätzt wird. Das Konzept der Inklusion zielt darauf ab, ein Umfeld zu schaffen, in dem alle Menschen unabhängig von ihren körperlichen, sozialen oder kognitiven Unterschieden akzeptiert und wertgeschätzt werden. In diesem Artikel thematisiert die Organisation Handicap International die Herausforderungen von Vielfalt und Inklusion in der Schweiz sowie auf internationaler Ebene. Die Advocacy-Arbeit von Handicap International umfasst den Einsatz für die Rechte von Menschen mit Behinderungen sowie von schutzbedürftigen Personen. Die Mission unserer Organisation ist es, die Lebensbedingungen dieser Menschen zu verbessern und dafür zu sorgen, dass ihre Rechte und ihre Würde geachtet werden. 

Ableismus und die Herausforderungen der Vielfalt in der Schweiz 

Eine wirklich inklusive Gesellschaft geht über blosse Integration hinaus und passt ihre Strukturen den Menschen an – und nicht umgekehrt. Ableismus (vom englischen able =leistungsfähig), Kapazitismus oder Handicapismus bezeichnen ein komplexes System aus Vorurteilen und Diskriminierungen, das sich in Sprache, Verhalten und gesellschaftlichen Strukturen zeigt. 

Dieses Konzept basiert auf der Vorstellung, dass «leistungsfähige» Menschen anderen überlegen sind und sozial bevorzugt werden sollten. Institutionen, Rollen in der Gesellschaft, Arten der Fortbewegung oder Kommunikation werden so im Hinblick auf «leistungsfähige» Menschen organisiert. Deshalb sind alle Menschen, die nicht über die als selbstverständlich angesehenen Fähigkeiten verfügen, Opfer von Diskriminierung und Unterdrückung oder werden schlicht aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Frauen sowie Menschen ohne Berufsabschluss sind stärker von diesen sozialen Hindernissen betroffen. 

Die folgende Tabelle zeigt die demografischen Daten zum Thema Behinderung (Quelle: Bundesamt für Statistik

Beschreibung  Anzahl 
Menschen mit Behinderungen in der Schweiz  1,7 bis 1,9 Millionen 

Junge Menschen (16–24 Jahre) mit Behinderungen 

(Quelle: Bundesamt für Statistik

rund 10%

Menschen über 85 Jahre mit Behinderungen 

(Quelle: Bundesamt für Statistik

39 % 

 

Menschenrechte und Rechtsgrundlagen: Wo steht die Inklusion in der Schweiz? 

Die Schweizer Bundesverfassung verbietet Diskriminierung seit dem Jahr 2000 und das Bundesgesetz über die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (BehiG) ist seit 2004 in Kraft. Die Schweiz hat das Übereinkommen der Vereinten Nationen (UNO) über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-Behindertenrechtskonvention BRK) im Jahr 2014 ratifiziert, doch bestehen in der Praxis und in den Unternehmen nach wie vor erhebliche Mängel. Angesichts dieser Situation hat Handicap International ihre Inklusionsstrategie bis 2028 verlängert – ein klares Zeichen, wie dringend Handlungsbedarf in der Schweiz besteht. 

Im Frühling 2022 rügte der UNO-Ausschuss die Schweiz für den schleppenden Fortschritt bei der Umsetzung dieses Übereinkommens. Laut den Daten des Bundesamtes für Statistik (BFS) waren im Jahr 2020 rund ein Drittel (32 Prozent) der Menschen mit Behinderung nicht erwerbstätig (gegenüber 18 Prozent bei der übrigen Bevölkerung). Noch alarmierender ist, dass 26 Prozent der Betroffenen angaben, am Arbeitsplatz diskriminiert oder Opfer von Gewalt geworden zu sein. 

Der offizielle Bericht des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (EBGB), das die «Behindertenpolitik 2023–2026» des Bundes steuert, hält ausdrücklich fest, dass «Menschen mit Behinderungen im Zugang zum Berufsleben mit vielen Hürden konfrontiert sind und in der Arbeitswelt oft Benachteiligungen erfahren». Die Regierung selbst erkennt die Notwendigkeit an, Arbeitnehmer:innen mit Behinderungen zu begleiten, indem der Übergang zwischen dem geschützten und dem regulären Arbeitsmarkt verbessert wird (durch Schulungen, Arbeitsvermittlung usw.).

Inklusionsinitiative und jüngste politische Erfolge 

Die am 5. September 2024 eingereichte Volksinitiative «für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen» ist mit 107’910 offiziell gültigen Unterschriften zustande gekommen. Sie fordert rechtliche und tatsächliche Gleichstellung, gesellschaftliche Teilhabe, Selbstbestimmung und das Recht auf Assistenz. Der indirekte Gegenvorschlag des Bundesrates, bestehend aus einem neuen Inklusionsgesetz und einer Teilrevision des Gesetzes über die Invalidenversicherung, wurde von den Verbänden abgelehnt, da er ihre Erwartungen bei Weitem nicht erfüllt. Sie fordern verbindliche Verbesserungen, damit der Gegenvorschlag eine echte Alternative zur Initiative darstellt. 

Die vier Schwerpunktprogramme des Bundes und inklusive Bildung 

Die bis 2028 verlängerte Behindertenpolitik des Bundes ist in vier Schwerpunktprogramme gegliedert: Arbeit, Dienstleistungen und digitale Inklusion, Wohnen und Partizipation. So fordert die Genfer Gesetzesinitiative «Gemeinsam in die Schule!» etwa den Kanton Genf dazu auf, das in der UN-Konvention verankerte Recht auf diskriminierungsfreie Bildung umzusetzen. Dieses Modell orientiert sich am Tessiner Modell und würde die Einrichtung inklusiver Klassen in Regelschulen ermöglichen (maximal vier betroffene Schüler:innen pro Klasse), in denen eine pädagogische Fachkraft in Vollzeit tätig wäre. Das Programm zur Behindertenpolitik zielt auch darauf ab, das selbstbestimmte Wohnen zu fördern, indem die Wahlmöglichkeit zwischen institutioneller Unterbringung und ambulanter Unterstützung gestärkt wird. Das vom Bundesrat vorgeschlagene Inklusionsgesetz würde frühestens 2029 in Kraft treten. 

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Der Einsatz für Inklusion und Grundrechte geht über die Landesgrenzen hinaus und erfordert ein globales Engagement. Handicap International arbeitet täglich mit Menschen mit Behinderungen und schutzbedürftigen Bevölkerungsgruppen zusammen. Als international anerkannte Hilfsorganisation verfügen wir über langjährige Erfahrung in den Bereichen humanitäre Hilfe, Minenräumung, körperliche Rehabilitation und Inklusion in über 50 Ländern weltweit. Unsere Massnahmen in der Schweiz und in den Einsatzländern zielen auf die volle gesellschaftliche Teilhabe ab. Dazu gehören der Zugang zu inklusiver Bildung (Kampagne #School4All), die sozioökonomische Inklusion schutzbedürftiger Bevölkerungsgruppen und die Unterstützung in Krisengebieten. Wenn Sie unsere Teams vor Ort unterstützen, beteiligen Sie sich an konkreten Projekten, die den Werten der Inklusion von Handicap International entsprechen, und werden so zu Akteur:innen des Wandels auf internationaler Ebene.  

Das weltweite Engagement von Handicap International 

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DANKE! 

Dank Ihrer Grosszügigkeit konnten wir 2025 mehr als 400 Projekte in rund 60 Ländern umsetzen. Ob Gesundheitsversorgung, Bildung, Inklusion oder Aufklärung über die Gefahren von Landminen – Ihre Hilfe hat Leben verändert.  

Schauen Sie sich die Höhepunkte dieses solidarischen Jahres in unserem Videorückblick an. 

 

Kontakt

Handicap International Schweiz
Avenue de la Paix 11, 1202 Genf
+41 (0)22 788 70 33
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