Ukraine: Aufklärung über Risiken von Explosivwaffen rettet Leben

Minen und andere Waffen Nothlife
Ukraine

Olga Savchenko ist unsere Verantwortliche für die Aufklärung über die Risiken von Explosivwaffen in der Ukraine. Anlässlich unserer Feier zum 25-jährigen Bestehen von Broken Chair hat sie uns in Genf besucht. Sie berichtet über die Bedeutung ihrer Arbeit für die ukrainische Bevölkerung und die Bedeutung dieses Mahnmals.

Olga Savchenko unter Broken Chair bei ihrem Besuch in Genf im September 2022.

Olga Savchenko unter Broken Chair bei ihrem Besuch in Genf im September 2022. | © HI

Das Ziel meiner Arbeit

Mein Name ist Olga, ich bin Ukrainerin und arbeite für Handicap International in der Ukraine. Ich bin für das Projekt zur Aufklärung über die Risiken von Explosivwaffen zuständig. Von unserem Büro in Dnipro aus leite ich ein Team von zehn Personen. 

Unsere Mission ist es, der Bevölkerung die richtigen Verhaltensweisen im Umgang mit Blindgängern zu vermitteln, um das Risiko von Verletzungen oder Todesfällen durch explosive Kriegsmunitionsrückstände zu verringern.

Von den Schwierigkeiten, seine Gewohnheiten zu ändern

Aufgrund des bewaffneten Konflikts können die Menschen nicht mehr normal leben. Ihre Lebensgewohnheiten müssen sich ändern, denn nach einem Bombenangriff bleiben viele Blindgänger am Boden liegen.

Wir organisieren Informationsveranstaltungen für Kinder und Erwachsene. Mit Beamern zeigen wir ihnen, wie gefährliche Gegenstände aussehen, wo sich gefährliche Gebiete befinden und wo sie nicht mehr hingehen sollten, um beispielsweise Pilze zu sammeln oder zu angeln.

Explosivmunition erkennen

Wir bringen den Menschen nicht nur bei, wie sie diese Gegenstände erkennen, sondern auch, dass sie sich ihnen nicht nähern und sie nicht berühren dürfen und zeigen ihnen, wie sie sich verhalten sollen. Die Regel lautet: erkennen, reagieren, Bericht erstatten.

Sich auf Bombenangriffe vorbereiten

Wir informieren die Bevölkerung auch darüber, wie man sich auf Bombenangriffe vorbereiten kann, was man immer auf sich tragen sollte, was man zu Hause in einer Tasche bereit haben sollte (Erste Hilfe, Wasser, Hygieneset usw.) und wie man ein Überwinterungsset zusammenstellt (u. a. mit Nahrungsmitteln für zwei Wochen).

Ausserdem informieren wir die Menschen, wie sie sich einen sicheren Ort organisieren. Es ist zum Beispiel wichtig, dass die «2-Wände-Regel» befolgt wird: Es müssen mindestens zwei Wände zwischen ihnen und der Strasse liegen. Auf diese Weise würde, falls die erste Wand, die Aussenwand, getroffen würde, die zweite standhalten und die herumfliegenden Fragmente aufhalten.

Es ist auch wichtig, dass die Menschen wissen, wie sie sich während der Bombardierungen verhalten sollen. Wir bringen ihnen bei, das Risiko von Verletzungen zu verringern. Wir empfehlen ihnen, sich auf den Boden zu legen, die Beine übereinander zu schlagen, den Kopf mit den Händen zu bedecken und den Mund zu öffnen, um nicht taub zu werden. Diese Informationen sind sehr wichtig, denn dank ihnen wissen die Menschen, wie sie sich verhalten müssen und geraten weniger in Panik. Das rettet Leben.

Broken Chair, ein Symbol der Aktualität

Wir sind hier in Genf und für mich ist Broken Chair ein Symbol für die Ukraine. Sie wurde durch die Explosionen verletzt, aber sie hält mit der Unterstützung anderer Länder stand. Sie ist gebrechlich und braucht Hilfe.

Den ganzen September über feierten wir das 25-Jahr-Jubiläum von Broken Chair, um die symbolische Rolle aufzuzeigen, die das Mahnmal auf diplomatischer Ebene, im Bereich der Menschenrechte und im Feld einnimmt, um so an die Dringlichkeit des Schutzes von Zivilist:innen und der Hilfe für die Opfer bewaffneter Konflikte zu erinnern.

 

>> Jetzt für die Ukraine spenden

26 Oktober 2022
Einsatzländer

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf

Nadia Ben Said
Verantwortliche Medien
(FR/DE/EN)

Tel : +41 22 710 93 36
[email protected]

HELFEN
Sie mit

Lesen sie weiter

Digger & HI Senegal: Schweizer Partnerschaft für einen minenfreien Senegal bis 2031
© A. Faye / HI
Advocacy-Arbeit Minen und andere Waffen

Digger & HI Senegal: Schweizer Partnerschaft für einen minenfreien Senegal bis 2031

Im April 2026 besuchten Mitarbeitende von Handicap International Schweiz im Rahmen einer Medienreise die Werkstätten der auf Minenräumung spezialisierten Stiftung Digger.

 Menschen mit Behinderungen im Libanon: die unsichtbaren Leidtragenden der Krise
© R. Dakdouk / HI
Advocacy-Arbeit Inklusion Nothlife

Menschen mit Behinderungen im Libanon: die unsichtbaren Leidtragenden der Krise

Menschen mit Behinderungen gehen in der humanitären Nothilfe nach wie vor oft vergessen. Obwohl sie in grosser Zahl in Notunterkünften und den betroffenen Gebieten leben, werden sie von Hilfsmassnahmen und Entscheidungsprozessen ausgeschlossen, was die ohnehin katastrophale Situation weiter verschlimmert. Wir schlagen Alarm und fordern Sofortmassnahmen, die niemanden ausschliessen.
 

Sudan: Lage von Menschen mit Behinderung katastrophal / Handicap International schlägt Alarm  
© T. Nicholson / HI
Advocacy-Arbeit Nothlife

Sudan: Lage von Menschen mit Behinderung katastrophal / Handicap International schlägt Alarm  

Die Hilfsorganisation Handicap International schlägt Alarm: Drei Jahre nach Ausbruch des Krieges im Sudan ist die Lage für die Zivilbevölkerung katastrophal. Für Menschen mit Behinderung gilt dies in noch stärkerem Masse: Für sie ist es besonders schwierig, zu fliehen, an Hilfsgüter zu gelangen oder eine medizinische Versorgung zu erhalten. Zudem bedrohen Minen und Blindgänger die Zivilbevölkerung. 

 

Kontakt

Handicap International Schweiz
Avenue de la Paix 11, 1202 Genf
+41 (0)22 788 70 33
[email protected]

Uns kontaktieren

IBAN: CH66 0900 0000 1200 0522 4

 
 

Suchbegriff eingeben

 
 

Unser Netzwerk

 
 

Folgen Sie uns